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„Kulturtourismus im ländlichen Raum“

19.12.2018

Der gleichnamige Fachkongress im Erbdrostehof in Münster am 7. Dezember 2018 lieferte viele interessante Einblicke - mit Beiträgen von Vertretern aus Politik, Tourismus und Kultur


Welche Trends und Herausforderungen gibt es für den Kulturtourismus im ländlichen Raum? Mit diesem Thema beschäftigte sich der Fachkongress „Kulturtourismus im ländlichen Raum“, zu dem Tourismus NRW unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Hausmann im Rahmen seines Projekts „Innovationsprogramm KulturReiseLand NRW“ am 7. Dezember in den Erbdrostenhof nach Münster eingeladen hatte. Ein Ziel war es, einen Einblick in die Erfolgsstrategien kulturnaher Angebote im deutschsprachigen Raum zu präsentieren. Zu Gast waren renommierte Experten aus Wissenschaft und Praxis, die zu einer Bestandsaufnahme des Themas und ersten Lösungsansätzen verhelfen sollten.

 

Eröffnet wurde der Kongress mit einer Keynote des Staatssekretärs des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Christoph Dammermann. Er wies darauf hin, dass vor allem ländliche Regionen durch innovative, digitale Angebote überraschen könnten. Daher müsse es ein Ziel sein, die Synergien zwischen Tourismus und Regionalmarketing zu stärken. Auch Dr. Katja Drews, Holzminden, machte in ihrem Vortrag zur Nutzenperspektive des Kulturtourismus im ländlichen Raum deutlich, dass es sich beim Verhältnis von Stadt und Land um ein „relationales Stadt-Land-Kontinuum“ handele. Für Prof. Stefan Forster, Zürich, stellte der ländliche Raum ebenfalls einen vielfältigen Gestaltungsraum für Innovationen dar, der jedoch von Politik und Gesellschaft abhängig sei. Eine künftige Aufgabe könne es hier sein, neue Geschichten zu erzählen und so eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne zu schaffen.

 

Prof. Dr. Verena Teissl, Kufstein/Tirol, wies darauf hin, dass es oft am Bewusstsein für die Querschnittsmaterie Tourismus- und Kulturpolitik und an geeigneten Vermittlungsstellen für den Kulturtourismus im ländlichen Raum fehle. Der stellvertretende Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH, Thomas Feil, bezeichnete es als eine Herausforderung für viele Destinationen, sich ein touristisches Profil zu verschaffen und dieses durchgängig und einheitlich zu vermarkten. Aufgrund des sehr heterogenen Angebotes könne es sinnvoll sein, als Kultureinrichtung bestimmte Qualitätskriterien zu erfüllen, um unter der Dachmarke zu agieren. Um die Attraktivität des Kulturtourismus im ländlichen Raum zu steigern und Besuchsanreize zu schaffen sind laut Dr. Yvonne Pröbstle, Stuttgart, regionale ‚Kümmerer‘ und Koordinatoren auf übergeordneter Ebene entscheidend.

 

Die Tagung machte deutlich, dass auch dem Thema Digitalisierung eine wichtige Rolle zukommt. Philipp Holz, Tourismusmanager der Zugspitz Region, zeigte am Beispiel der App ‚Ruf des Berges‘ auf, wie durch digitale Instrumente analoge Attraktionen besser vernetzt werden können.  Elke Witt vom Tourismusverband WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg nahm auf ein weiteres Praxisbeispiel Bezug und erläuterte in ihrem Vortrag unter anderem die im Rahmen des BMWi-Projektes „Die Destination als Bühne“ entwickelte "WelterbeCard", die kulturtouristische Attraktionen im ländlichen Raum der Region miteinander vernetzen soll.

 

Der Kongress „Kulturtourismus im ländlichen Raum“ ist Teil des Projektes „Innovationsprogramm „KulturReiseLand NRW“, das von der EU und dem Land NRW gefördert wird. Das Projekt dient noch bis Mitte 2019 dazu, Kultureinrichtungen mit ihren Angeboten in den Fokus zu stellen. Von der jetzigen Tagung ist für das kommende Jahr ein Herausgeberband mit den Beiträgen der Referenten geplant.

 

Text und Foto: Sarah Schuhbauer


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