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Die Frage der Provenienz

23.01.2019

Dritter Kulturdiskurs: Am Mittwoch, 23. Januar, waren zwei Experten des Lindenmuseums Stuttgart zu Gast, um über die Erforschung und Ausstellung fremder Kulturgüter zu sprechen


Das umstrittene Kulturgutschutzgesetz soll nicht nur deutsches Kulturgut vor Abwanderung ins Ausland schützen, sondern auch Kulturgüter anderer Staaten vor illegaler Einführung behüten. Gleichzeitig enthält das Gesetz neue Regelungen zur Restitution von Kulturgütern, die in der Vergangenheit unrechtmäßig in den Besitz öffentlicher Museen geraten sind.

 

Ethnologische und völkerkundliche Museen wie das Stuttgarter Linden Museum sind hiervon insbesondere betroffen, da sich ihre Bestände zu Großteilen aus Objekten der Kolonialzeit zusammensetzen. Um eine informierte Entscheidung zum Umgang mit diesen Objekten treffen zu können, werden zunehmend neue Stellen in der Provenienzforschung geschaffen - so auch im Linden Museum in Stuttgart. Die kulturpolitischen Wellen, die Provenienzforschung dabei schlagen kann, waren zuletzt am Beispiel der "Witbooi"-Bibel des Museums zu erleben. Wie aber werden die Vergangenheit und Geschichte, die Herkunft von Kulturgütern erforscht, und welche Interessengruppen sind an diesem Prozess involviert? Was gilt es bei der Konzipierung von Ausstellungen zu beachten, die koloniales Erbe zur Schau stellen? Wo liegen die Zuständigkeiten, die Verantwortung sowie die Entscheidungsgewalt in Fragen der Restitution und der Aufnahme des Dialogs mit den Eigentümern dieser Objekte?

 

Anlässlich der Neugestaltung der Afrika-Ausstellung im Linden-Museum behandelte der dritte Kulturdiskurs im Wintersemester am Mittwoch, 23. Januar, 18 Uhr, dieses Thema: Zu Gast im Institut für Kulturmanagement waren Markus Himmelsbach (Provenienzforschung Kolonialzeit) und Dr. Sandra Ferracuti (Fachreferat Afrika), um gemeinsam mit Studierenden über die Verantwortung im Umgang und der Ausstellung von fremdem Kulturgut zu sprechen.

 

Foto: Sinje Barteldres / Luisa Cossu /  Franziska Groß


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