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Afrikabilder als Ausstellungskonzept

10.07.2019

Ein Praxis-Workshop führte das Seminar "Inter-/Transkulturalität" ins Linden-Museum Stuttgart - im Fokus stand das Thema Postkolonialismus und museale Vermittlung


Inter-, Trans - und Multikulturalität sind gängige Begriffe, um kulturelle Identitätsbildungsprozesse zu erklären, kulturelle Beziehungen in Migrationsgesellschaften zu beschreiben oder Konflikte in internationalen Arbeitskontexten zu erklären. Doch wie sind kulturelle Begegnungen zu sehen, in denen die Deutungshoheit einer Partei vorbehalten bleibt -  jener, die für sich die Macht über den anderen beanspruchen kann?

 

Mit dieser Frage beschäftigt sich seit genaumer Zeit nicht nur die Postkolonialismus-Theorie, sondern auch die (kritische) Museologie. Allen voran beherbergen ethnologische Museen mit ihren afrikanischen Sammlungen oft ein zweifelhaftes Erbe. Heute verwalten sie dieses Erbe europäischer Neugier und Sammlungswut und stoßen, damit verbunden, Diskurse über Lernprozesse an, indem sie die Methoden der einstigen Welteroberung kritisch reflektieren. Dass dieses Erbe der Öffentlichkeit in Zeiten des Dekolonisierung nicht vorenthalten werden darf, ist offensichtlich - doch wie soll es erzählt, wie vermittelt werden? Welche Perspektiven werden heute benötigt, um eine kritische Reflexion der eigenen Vergangenheit zu ermöglichen?

 

Mit dieser Frage im Gepäck brachen die 14 Studierenden des Seminars "Inter-/ Transkulturalität" der Studiengänge "Kulturwissenschaft und Kulturmanagement" und "Kulturelle Bildung" ins Stuttgarter Linden-Museum auf, um die dortige Ausstellung "Wo ist Afrika?" zu besuchen und sich mit einem spezifischen Aspekt der Vermittlungsarbeit zu beschäftigen. Für Gespräche stellten sich insgesamt sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Museumspädagogik, der Provenienzforschung, des Referats Neukonzeption sowie des Museumsbeirats ABRAC zur Verfügung. Dass die Wahl eines sensiblen Vermittlungsansatzes auch unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse im Museum hat, wurde dabei ebenso deutlich wie es sich zeigte, dass weit mehr Zeit nötig wäre, um die aufgespürten Themen und Aspekte zu bearbeiten.

 

Für die Ermöglichung des Workshops sei den Mitarbeitern des Linden-Museums, insbesondere dem Team der Museumspädagogik, sehr herzlich gedankt.

 

Weitere Infos zur Ausstellung:

Linden-Museum Stuttgart

 

Foto: Studierende und Team nach dem Workshop im Lindenmuseum (Aufnahme: Ch. Dätsch).


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