Kommunikation in der Krise?

21.01.2017

Dritter Kulturdiskurs: Ein Gespräch mit Dr. Immo Dehnert, Abteilungsleiter Kommunikation der Wüstenrot & Württembergische AG in Stuttgart und Ludwigsburg


Heutzutage wird in der Öffentlichkeit zunehmend über Krisenkommunikation gesprochen. Weltweit hat jeder Internetnutzer die Möglichkeit, seine Meinungen und Erfahrungen einem großen „Publikum“ zukommen zu lassen – Social Media macht es möglich. Mit dieser Offenheit und Transparenz müssen sich nicht nur große Unternehmen auseinandersetzen, sondern auch kleinere Kulturbetriebe. Auch sie werden häufiger mit Kritik konfrontiert. Da dies erhebliche Auswirkungen auf, zum Beispiel wirtschaftliche Faktoren haben kann, ist eine gute Krisenkommunikation in Kulturbetrieben unerlässlich geworden.

 

Dr. Immo Dehnert, Abteilungsleiter der Kommunikation und Pressesprecher der Wüstenrot & Württembergische AG in Stuttgart und Ludwigsburg, weiß, wie man in einer Krise reagieren muss. Anhand von zahlreichen Beispielen erläuterte er beim dritten Kulturdiskurs am Mittwoch, 25. Januar, was ein gelungenes Krisenmanagement ausmacht. Wie geht man am besten mit einer Krisen um? Wer muss wie schnell reagieren? Und wie lang dauert eine solche Krisensituation an? Diese Fragen wurden im Rahmen des Diskurses mit Immo Dehnert erörtert.

 

Im Anschluss an eine Präsentation, in der Dehnert Grundsätze der Krisenkommunikation vorstellte, diskutierten die Studierenden zunächst allgemein über Krisenmanagement. Anschließend wurde ein Bogen zur Krisenkommunikation in Kulturbetrieben geschlagen. Viele Themen in diesem Bereich, wie zum Beispiel der Schutz von Kulturgütern, Raubkunst oder die künstlerische Verwendung des Themas „Nationalsozialismus“, sind in der Kultur prädestiniert dafür, Krisen hervorzurufen. Während des Diskurses wurde festgestellt, dass der Kunst- und Kulturbereich manchmal auch mit „inszenierten Krisen“ arbeitet, um so mehr Aufmerksamkeit heranzuziehen.

 

Zum Schluss erhielten die angehenden Kulturmanagerinnen und Kulturmanager nützliche Tipps, die sie im zukünftigen Beruf anwenden werden können. Hauptsache: „Nicht jammern, cool bleiben." Man kann lernen, die Kommunikation richtig zu managen, auch durch „learning by doing“. Wichtig ist auch, Netzwerke zu pflegen, die Szene zu beobachten, zu analysieren und dementsprechend zu reagieren. Die Studierenden haben großes Interesse an diesem Thema gezeigt und viele Fragen gestellt.

 

Text und Foto: Olena Abramian


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