Frankreichs Hauptstadt an der Donau

03.04.2017

Das Projekt "Sigmaringen als deutsch-französischer Erinnerungsort“ mit zehn Studierenden ging im Wintersemester zu Ende - und zieht ein abschließendes Fazit


Als Charles de Gaulle nach der Befreiung Frankreichs im Sommer 1944 aufgefordert wurde, die Republik auszurufen und dem Kollaborations-Regime von Vichy formal ein Ende zu bereiten, weigerte er sich: Die Republik habe nie aufgehört zu existieren und der „État français“ mit Maréchal Pétain an der Spitze keinerlei Bedeutung für die französische Geschichte. Dessen Anhänger sahen dies anders und richteten sich zur gleichen Zeit im Schloss der Hohenzollern in Sigmaringen ein, um eine Art Exilregierung aufzubauen.

 

Im Projekt „Sigmaringen als deutsch-französischer Erinnerungsort“ gingen zehn Studierende den Spuren dieser Episode des Winters 1944/1945 nach (Leitung: Prof. Dr. Clemens Klünemann). Sie ist nicht zuletzt wegen de Gaulles Verdikt in Frankreich und Deutschland nahezu unbekannt – dabei versammelten sich im Herbst und Winter 1944/1945 viele jener Franzosen und Deutschen in Sigmaringen, welche die Geschicke Frankreichs während der Besatzungszeit bestimmten – und welche die andere, nämlich die dunkle Seite der deutsch-französischen Beziehungen personifizieren.

 

Gemeinsam mit der Stadt Sigmaringen und dem Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen ging es darum, ein Konzept zu entwickeln, diese Spuren wieder sichtbar(er) zu machen. Nachdem die inhaltliche Arbeit Anfang des Jahres abgeschlossen werden konnte, sind nun noch einige administrative Hürden zu überwinden, um einen Themenparcours in Sigmaringen zu erstellen, der den Besuchern das deutsch-französische Erinnerungspotential vor Augen führt.

 

Foto: Gabriele Loges


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