Auf der Zielgeraden

10.05.2017

Im Frühjahr 2018 wird das neue Stuttgarter Stadtmuseum eröffnet: Zum ersten Kulturdiskurs kam Gründungsdirektor Dr. Torben Giese am Donnerstag, 18. Mai, 13 Uhr, nach Ludwigsburg


Das neue Stadtmuseum wird eine Lücke in der Stuttgarter Museumslandschaft schließen. Dr. Torben Giese, der neue Gründungsdirektor des Museums, war jetzt beim Seminar „Kulturdiskurs“ am Institut für Kulturmanagement zu Gast und berichtete auf anregende Weise über die zahlreichen Aufgaben und Herausforderungen, die diese Museumsneugründung mit sich bringt. Eines, das scheint schon jetzt festzustehen, wird in diesem Museum anders sein: „Es ist ein Museum der Zukunft“, ist sich Giese sicher. Nicht nur die Vergangenheit und ihre Meistererzählungen, illustriert durch besondere Artefakte, sondern auch die Gegenwart steht im Mittelpunkt der derzeit geplanten Programm- und Ausstellungsreihen: „Im Zentrum“, sagte Giese in Ludwigsburg, „steht für uns die Stadt, das urbane Leben.“

 

Ihre Themen sollen das neue Haus denn auch innen wie außen beleben. Schon während der zehn Jahre Planungszeit und noch bis zur Eröffnung des Museums im Frühjahr 2018 sollen unterschiedlichste Akteure der Stadt die Gelegenheit haben, Vorschläge für Veranstaltungen, Ausstellungen und Aufführungen zu machen. Auch die Konzeption der Dauerausstellung orientiere sich, so Giese, am Gegenwarts- und Zukunftsthema der Stadtentwicklung, was sich unter anderem in der Auswahl von Ausstellungsstücken wie der ‘Cro’-Maske oder in der Sammlung von Graffiti-Kunstwerken für eine geplante Sonderausstellung zeige.

 

Das Team um Giese verfolgt das Ziel, im einstigen Sommerpalais des württembergischen Königs Wilhelm einen identitätsstiftenden Ort für die Bürger der Stadt zu schaffen. „Jeder Stuttgarter soll sich mit seinem Erfahrungshorizont im Museum wiederfinden“, so Giese. Auch deshalb sollten die Stuttgarter bedeutend an den Ausstellungen mitwirken. Die Geschichten der Einwohner sollen nicht nur in den von ihnen beigesteuerten Objekten sichtbar werden; ihre Stimmen und Erinnerungen sollen auch über Medien wie den Audioguide eine Möglichkeit zur Identifikation mit dem Gesehenen bilden. Auch in Hinblick auf die Besucherorientierung ist das Vermittlungsangebot partizipativ angelegt, wobei Gründungsdirektor Giese das sogenannte Stadtlabor als besonderen Schwerpunkt der Museumspädagogik herausstellte. Es stellt ein Vermittlungsangebot dar, das vor allem an die Stuttgarter Kinder gerichtet ist. Auch für sie soll die Stadt mit ihren Gebäuden, der Verkehrsplanung und ihren Wirkungszusammenhängen erfahrbar gemacht werden.

 

Text: Nicole Görner, Jutta Drygall, Luisa Banhardt und Sarah Schuhbauer

Foto: Katharina Würgau


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