“Kulturpolitik von zentraler Bedeutung”

17.11.2017

Erster Kulturdiskurs im Wintersemester 2017/18: Der Präsident des Deutschen Musikrates Prof. Martin Maria Krüger war am Mittwoch, 15. November, im Institut zu Gast


Welche Wirkungsbereiche, Visionen und Ziele hat der Deutsche Musikrat? Und welche Rolle spielt er, wenn es um die Musik im kulturpolitischen Diskurs geht? Prof. Martin Maria Krüger, Künstler, Kulturmanager, Kunstvermittler, Hochschullehrer für Kulturmanagement in München und wiedergewählter Präsident des Deutschen Musikrats, kann darüber beredt Auskunft geben – und tat es am Institut für Kulturmanagement, wo er im Rahmen des Seminars „Kulturdiskurs“ am 15. November zu Gast war.

 

Anhand vieler interessanter Geschichten und Erlebnisse zeigte Prof. Krüger, welche bedeutende Rolle Kunst und im besonderen Musik etwa bei der gesellschaftlichen Integration spiele – ein Thema, das laut Krüger in größerem Rahmen gedacht werden müsse, als es derzeit häufig geschehe. Ins Auge müsse man nicht nur die Flüchtlingsmigration fassen, wie es derzeit oft gemacht werde, sondern die ganze Migrationsgesellschaft, die Deutschland mittlerweile darstelle. Es gebe Menschen, die seit Generationen in Deutschland leben, jedoch immer noch nicht integriert seien. Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) des Musikrats biete für solche ganzheitlichen Ansätze der Integration eine hilfreiche Plattform: „Musik und Integration“. Sie werde Anfang des Jahres 2018 noch um ein Forum zum integrativen Austausch ergänzt.

 

Auch die musikalische Bildung liegt dem Deutschen Musikrat am Herzen. Prof. Krüger sprach in diesem Themenkomplex die Bereiche musikalische Früherziehung in Kindergärten, der Lehrkräftemangel an öffentlichen Schulen, fehlende Festanstellungen an Musikschulen sowie das zurzeit viel diskutierte Problem der unterbezahlten Lehrbeauftragten an Musikhochschulen an. Der Deutsche Musikrat gebe auch hierzu hilfreiche Anregungen und stelle zugleich Forderungen an die Politiker (etwa: „Musikalische Bildung in Deutschland – Ein Thema in 16 Variationen“).

 

Martin Maria Krüger sieht die Aufgabe des Deutschen Musikrats deshalb darin, neue Formate zu schaffen, mit denen man junge Leute ansprechen und zur Musik bringen könne. Er hält die junge Generation als wichtigen Faktor in der zukünftigen Kulturpolitik. Dabei sollten nicht nur neue Formen der Musik aufgenommen, sondern auch die klassische Musik und die deutsche Musiktradition berücksichtigt werden. Die Musik spiele bei der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung eine wichtige Rolle. Solange es eine Mehrheit an Menschen in Deutschland gibt, die es für wichtig erachten, Kunst und Musik zu erhalten, so lange werde es auch Kunst (in Theatern, Konzerten und Ausstellungen) geben.

 

Text: Fiona Ebser, Anna Gohla, Marie-Lena Olma

Foto: Lena Weuster 


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