Zwischen Barock und Stadt im Wandel

18.12.2017

Zweiter Kulturdiskurs: Elmar Kunz vom Bereich Tourismus und Events Ludwigsburg und Nadine Schuster, Referentin des Stadtmarketings, stellten die neue „Marke Ludwigsburg“ vor


Was macht eine Marke zur Marke? Wie läuft ein Markenfindungsprozess ab - etwa jener, der von der Stadt Ludwigsburg zum bevorstehenden 300-jährigen Jubiläum initiiert wurde? Mit diesen Fragen im Gepäck empfing ein Team aus vier Moderatoren des Master-Studiums seine Gäste im zweiten Kulturdiskurs des Wintersemesters 2017/18: Nadine Schuster, Referentin des Stadtmarketings und verantwortlich für den Stadtmarketingprozess „Marke Ludwigsburg“, sowie Elmar Kunz, seit dem 1. Januar 2018 stellvertretender Geschäftsführer des Bereichs "Tourismus und Events Ludwigsburg".

 

Durch den einführenden Impuls der Experten und im gemeinsamen Gespräch wurde schnell klar: So ein Markenbildungsprozess benötigt seine Zeit. So hatte die Stadt bereits in der ersten Jahreshälfte 2015 begonnen, den Prozess mit Hilfe zweier Workshops vorzubereiten: Um die Binnenperspektive auf Ludwigsburg und seinen Standort ging es dabei im ersten Workshop, an dem sich auch Vertreterinnen und Vertreter der Kunst- und Kulturszene beteiligt hatten. Daran schloss sich eine Online-Umfrage unter den Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürgern an, an der sich rund 2.400 Personen beteiligten. Ein zweiter Workshop ergänzte diese Ergebnisse durch die „Außensicht“ verschiedener Multiplikatoren auf Ludwigsburg, etwa aus der Wirtschaft, um sodann einen Markenkern herauszuarbeiten.

 

Laut Nadine Schuster musste das Team den Beteiligten dabei immer wieder bewusst machen, dass ein solcher Prozess nicht von heute auf morgen vonstatten gehen konnte, doch am Ende stand eine umfassende (Selbst-)Beschreibung: „Ludwigsburg ist die junge, inspirierende Barockstadt für kulturoffene Bürger, Unternehmen, Besucher, die mit Lebenslust und Ideenfreude mutig, verlässlich, engagiert gemeinsam die Zukunft der Stadt gestalten.“ Im Claim "Ludwigsburg inspiriert" sollten alle Vorgänge versammelt sein und nach den Grundsätzen "mutig handeln", "verlässlich sein" und "sich engagieren" ausgerichtet werden.

 

Elmar Kunz erinnerte an die Vergangenheit und den Stadtgründer Herzog Eberhard Ludwig, der gewissermaßen selbst diesen Grundsätzen gefolgt und in der Region für Veränderung gesorgt hatte. Ein solches Voranschreiten und Vorweggreifen sei auch im Denken des heutigen Stadtmarketings wichtig, um für neue Inspirationen zu sorgen. Der gefundene Claim solle nicht nur dazu dienen, Menschen zum Zuzug nach Ludwigsburg zu bewegen, sondern auch helfen, das Leitbild der Stadt überall fühlbar zu machen. Für das Stadtmarketing habe der Markenprozess daher zwei - klar aufeinander bezogene - Seiten: Zuerst gelte es, im Inneren etwas zu bewirken, um es sodann nach Außen zu vertreten. Ziel müsse es sein, dass alle "Ludwigsbürgerinnen und -bürger" zu Markenbotschaftern werden und mit einem gewissen Stolz über ihre charmante und inspirierende Stadt sprechen.

 

Zum Abschluss luden die Referenten die Studierenden ein, von ihren Eindrücken, Vorstellungen und Emotionen in Verbindung mit der Stadt Ludwigsburg zu erzählen und dabei auch die "Achillesversen" und Herausforderungen der Stadt zu beschreiben. Das bereicherte den Kulturdiskurs nicht nur inhaltlich, sondern leistete möglichweise auch einen weiteren kleinen Beitrag zu einem „engagierten, gemeinsamen Gestalten der Zukunft der Stadt“.

 

Text: Denny Bakirtzis
Foto: Anna Stegmann


<< <- Zurück zu: Aktuelle Meldungen