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Unterstützung für kleine Museen

11.01.2018

Zu Gast im dritten "Kulturdiskurs" am Mittwoch, 17. Januar, 18 Uhr, war Dr. Axel Burkarth, Leiter der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg in Stuttgart


Es hat sich etwas verändert: In Baden-Württemberg werden weniger nichtstaatliche Museen gegründet. Dafür wird der sekundäre Nutzen musealer Präsentationen größer, glaubt Dr. Axel Burkarth, Leiter der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg. Die Ursache dafür liegt seiner Ansicht nach im Wandel gesellschaftlicher Bedürfnisse.  Im Gespräch mit Studierenden des Master-Studiengangs Kulturwissenschaft und Kulturmanagement gab Axel Burkarth beim dritten "Kulturdiskurs" im Wintersemester 2017/18 interessante Einblicke in kulturpolitische, -manageriale und ästhetische Einblicke der Arbeit der Landesstelle.

 

Seit 1990 ist Dr. Axel Burkarth in der Landesstelle tätig, seit 1994 leitet er sie. Im Gespräch fragten die beiden Moderierenden Carolin Knotz und Markward Wittmann (Foto) nach: Wie wichtig ist die Landesstelle für kleinere Museen - und welche Services werden am meisten nachgefragt? Welche Rolle spielt die Arbeitsstelle bei der Realisierung kulturpolitischer Vorgaben? Gibt es – einmal kritisch gefragt – schon zu viele Museen, oder ist gerade die Diversifizierung der Museumslandschaft ein wichtiger Baustein der kollektiven Erinnerungsarbeit? Auf jede Frage erhielten sie eine ausführliche Antwort: Einerseits geht der Museumsboom zurück, der gerade in ländlichen Regionen eng mit dem Ehrenamt verflochten sei. Andererseits geht den vier fest angestellten Mitarbeitern der Landesstelle deshalb die Arbeit nicht aus, denn sie betreuen den Wandel. Die Anfragen dazu kommen sowohl von kommunalen Verwaltungen als auch engagierten Vereinen vor Ort, und sie betreffen nach wie vor Finanzierungs- und Steuerfragen, die Fortbildung und Vernetzung des Personals, die Betreuung und  Restaurierung der Objekte, die Ausstellungskonzeption und -realisierung sowie die Vermittlung. 

 

Das Interesse an Museen in ländlichen Gebieten hat und hatte verschiedene Motive. Zum einen entstand es aus dem Wunsch nach Erhalt und Tradierung der eigenen kulturellen Identität heraus - nicht zuletzt nach der kommunalen Gebietsreform im Baden-Württemberg der 1970er-Jahre war dieser Wunsch besonders stark. Zum anderen zeichnet sich in jüngster Zeit eine neue mögliche Funktion ab: Museen können die touristische Attraktivität einzelner Orte erhöhen, sofern sie eine Besonderheit im Bestand oder in der Vermittlung bieten. So können einzelne Museen, auch wenn sie einst aus einem anderen Geist entstanden sind, heute einen Beitrag zum Stadtmarketing leisten - und Standortfaktor sein.

 

Die Landesstelle, die in ihrer jetzigen Form seit 1979 besteht, betreut heute mehr als 1250 Einrichtungen bei der Erhaltung und Pflege des kulturellen Erbes in den Museen. Wesentlich sind für Axel Burkarth dabei vor allem zwei Dinge: den Servicecharakter der Landesstelle nicht aus den Augen zu verlieren und den Ratsuchenden stets auf Augenhöhe zu begegnen. Menschlichkeit ist für ihn ein wichtiges Stichwort.

 

Foto: Lena Weuster


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