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Der Charme der "Aufseßigen"

30.05.2018

Zu Gast im Projekt "Junge Freunde für das Ludwigsburg Museum": Pia Castell (geb. Bisch) stellte Studierenden den Jungen Freundeskreis "Die Aufseßigen" des GRM in Nürnberg vor


"Die Aufseßigen": Das kling zweideutig. So erinnert der Name des Jungen Freundeskreises an den Gründer des 1852 entstandenen Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, den Adeligen Hans Freiherr von und zu Aufseß. Ebenso lässt der Wortklang den frischen Geist, den konstruktiven Widerspruch erahnen, den sich die bewährten Museumsmacher und -förderer vom jungen und junggebliebenen Nachwuchs wünschen. Vor rund sechs Jahren, im März 2012, wurde der Junge Freundeskreise mit Hilfe des  Förderkreises und der Tatkraft der Kulturmanagerin Pia Castell, geb. Bisch, ins Leben gerufen. Er schaffte es, bald mehr als 100 Mitglieder zu haben. "Es ging um soziale Kontakte, um Freizeit und einen anderen Blick auf Kultur und Geschichte", verriet Pia Castell, und darum, sich mit der Institution Museum grundsätzlich vertraut zu machen, an ihr Freude zu finden.

 

Castell, Absolventin des Instituts für Kulturmanagement, gab im Rahmen des Studierendenprojekts "Junge Freunde für das Ludwigsburg Museum" jetzt ihre Expertise an zehn Projektteilnehmende weiter (Leitung: Dr. Christiane Dätsch). Wichtig sei die Entscheidung, in welcher Organisationsform der Junge Freundeskreis arbeiten soll - angegliedert an den Förderkreis oder an die Marketingabteilung des Museums? Relevant ist auch die Frage, bei wem die Fäden zusammenlaufen sollen. Häufig, so Castell, würden "Junge Freunde" auf ehrenamtlicher Basis oder der eines Minijobs geführt; daraus könnten sich ein knappes Zeitbudget und eine mangelnde Kontinuität in der Betreuung ergeben. Auch seien junge Freundeskreise nicht in erster Linie ein Instrument, um neue junge pekuniäre Förderer zu finden, sondern vielmehr ein Mittel, Menschen der Altersgruppe zwischen 19 und 25 Jahren mit Vermittlungsangeboten aus dem Museum bekannt zu machen, deren Attraktivität sie möglicherweise unterschätzten.

 

So lautete die Empfehlung der Expertin an die Studierenden, die nun ein Konzept das Ludwigsburg Museum erarbeiten, sich zu überlegen, welche Zielgruppe in Ludwigsburg erreicht werden solle, und empfahl, neben Studierenden auch andere Gleichaltrige in den Fokus zu nehmen. Die dann zu wählenden Vermittlungs- und Kommunikationsformate hingen auch davon ab, welche Absichten das Museum verfolge, und ob auch der Förderkreis bereit sei, die Idee zu stützen und beispielsweise die Anschubfinanzierung zu übernehmen. Ein weiterer Tipp der Expertin: die Vernetzung in die Stadt und mit anderen Freundeskreisen. So konnten die Studierenden und Ludwigsburg Museum-Öffentlichkeitsarbeiterin Elisabeth Meier wichtige Denkanstöße mitnehmen.

 

Foto: Pia Castell als Managerin der "Aufseßigen" im Germanischen Nationalmuseum (zweite von rechts).  www.nordbayernkurier.de / Eduard Weigert

 

 


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