Timo BeckerTimo Becker

Timo Becker

Management mit Kultur Der Einfluss von Kunst und Kultur auf die Managementausbildung (2012)

Das Kulturmanagement beschäftigt sich traditionell mit der Frage, was das Management für die Kunst leisten kann. Der wahrgenommene Bedarf für ein professionalisiertes Management von Kulturorganisationen ließ die Notwendigkeit zur Übernahme und ggf. Adaption von Techniken aus der Managementlehre zum Kern dieser hybriden Disziplin werden.

Das Management selbst und insbesondere die Organisationstheorien sind ein stark diversifizierter Komplex, in dem es zahlreiche Strömungen und widersprüchliche Ansätze gibt. Eine Disziplin, die im Management nach Hilfe sucht, muss sich stets entscheiden, welchem der verschiedenen Paradigmen sie folgen will.

In der Theorie zum Management ist in der Folge der Entwicklung hin zu strukturellen Aspekten (seit Ende des 19. Jahrhunderts) und einer Entwicklung hin zur Ökonomisierung und Mathematisierung (besonders seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts) eine Diskussion darüber entstanden, das Management wieder auf ein breiteres theoretisches Fundament zu stellen. Eine zentrale Forderung dabei ist, besonders in den Organisationstheorien nicht mehr nach dem einen umfassenden Paradigma zu suchen, sondern die Vielfalt an Theorien anzuerkennen und zu einer Multiperspektivität bei der Betrachtung von Organisationen zu gelangen.

Zentrales Anliegen der Dissertation war es, herauszufinden, ob und welche Ansätze es in der Managementlehre gibt,  Aspekte aus Kunst und Kultur zu integrieren. Die Untersuchung wurde auf der umfassenden Kritik, die es derzeit am Stand der Ausbildung von Managern gibt aufgebaut. Die Ergebnisse lassen sich in den folgenden Kategorien abbilden:

  • Alternative und multiperspektivische Sicht auf Organisationen sowie metaphorische Organisationsbeschreibungen mit einem aus der Ästhetik entlehnten Vokabular
  • Alternative Rollenwahrnehmung von Managern und Künstler als Rollenmodell
  • Alternative Formen der Vermittlung von Managementwissen
  • Kunst als Elementarschule von Pluralität im Kontext von Wahrnehmung und Realitätskonstruktion

Die so genannten symbolischen Ansätze formulieren die Forderung, dass die Disziplin des Managements (und demzufolge auch die Managementlehre) sich niemals nur in ökonomischen oder technischen Fragen erschöpfen dürfen, allerdings ebenso wenig nur in sozialen, philosophischen oder psychologischen Fragen. Es geht um einen breiteren Fokus, der mit dem Begriff der Kultur erklärt werden kann. Aus Management und Kultur wird Management mit Kultur: ein kultiviertes und kultivierendes Management, das nicht eines oder einige, sondern viele Paradigmen kennt und einen reflektierten Umgang mit Irrationalität, Ungewissheit und Mehrdeutigkeit – kurz gesagt mit Realität – pflegt.

 

Die Doktorarbeit wurde von Prof. Dr. Armin Klein betreut, Zweitgutachter ist Prof. Dr. Andrea Hausmann.

Verlagsinformation

Timo Becker (2013): Management mit Kunst und Kultur. Die wachsende Bedeutung von Kunst und Kultur in der Managementausbildung, Wiesbaden: Springer VS.