Maria Davydchyk, StuttgartMaria Davydchyk, Stuttgart

Maria Davydchyk, Stuttgart

Transformation der Kulturpolitik. Kulturpolitische Veränderungen nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems in Mittel- und Osteuropa (2011)


Der Kulturbetrieb, Probleme und Perspektiven seiner Entwicklung sowie äußere Rahmenbedingungen und innere Umwandlungsprozesse stehen in den letzten Jahren im Mittelpunkt nicht nur einer wissenschaftlichen Betrachtung. Sie sind auch der Kern praktischer Auseinandersetzungen mit diesem Thema durch Kulturpolitiker und Kulturökonomen. Aufgrund der geopolitischen Entwicklungen in Europa allgemein sowie der Systemveränderungen in Mittel- und Osteuropa im Besonderen entsteht nun ein neues Forschungsfeld, nämlich der Kulturbetrieb in Mittel- und Osteuropa. Der Umbruch des sozialistischen Systems musste einerseits in der Kulturpolitik zum Umdenken der Rolle der Kulturbetriebe in der Gesellschaft führen. Das Leitbild des sozialistischen „Neuen Menschen“ entfiel. Andererseits standen die Kultureinrichtungen selbst vor der Herausforderung einer Umorientierung bzw. grundsätzlich vor der Selbstbehauptung in der neuen Zeit.

 

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Kulturbetrieb in Mittel- und Osteuropa und die Veränderung seines Stellenwertes in Transformation zu analysieren. Dabei beabsichtigt sie drei bislang noch nicht innerhalb einer wissenschaftlichen Untersuchung zusammengeführte Bereiche zu betrachten: Kulturbetrieb, Kulturpolitik und Transformation.

 

Verfolgt wird die Transformation auf dem postsozialistischen Raum in Russland, in der Ukraine, Polen und in der ehemaligen DDR. Mit dem Übergang von der Bundes- bzw. Landesebene auf die kommunale Ebene (St. Petersburg, Lwiw, Krakau und Weimar) können die Entwicklungstendenzen beispielhafter und präziser untersucht werden. Dabei werden folgende Fragen gestellt:

  • Wie haben sich kulturpolitische Rahmenbedingungen nach dem Systemumbruch verändert?
  • Welchen Stellenwert hat Kulturpolitik Kulturbetrieben in Mittel- und Osteuropa in einer neuen politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Situation beigemessen?
  • Welche Wirkungen hatten kulturpolitischen Rahmenbedingungen auf den Stellenwert der Kulturbetriebe?
  • Wie sind die kulturpolitischen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Anforderungen der Transformation zu bewerten?

 

Die von Kulturpolitik explizit formulierten Ziele sind mit der Selbsteinschätzung der Kulturbetriebe zu vergleichen und in Verbindung zu setzen.

 

Die Doktorarbeit wurde von Prof. Dr. Armin Klein sowie Prof. Dr. Matthias Theodor Vogt (Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen, Görlitz) betreut.

Kurzbiografie Maria Davydchyk

Geboren 1982 in Minsk (Belarus). Studium der Kulturwissenschaft und des Kulturmanagements an der Universität für Kultur und Kunst in Minsk und am Institut für Kulturmanagement PH Ludwigsburg, sowie der internationalen Wirtschaftsbeziehungen an der Belarussischen Wirtschaftsuniversität. 2005-2007 Praktika am Institut für Auslandsbeziehungen, in der Staatsgalerie Stuttgart und am Osteuropazentrum der Universität Hohenheim im Programm „Robert Bosch Kulturmanager in Mittel- und Osteuropa“. 2007-2009 Teilnehmerin des Forums „Einheit Europa – Gemeinsame Wege in eine Europäische Zukunft" der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. Seit 2007 Promotion am Institut für Kulturmanagement PH Ludwigsburg.

Verlagsinformation

Davydchyk, Maria (2012): Transformation der Kulturpolitik. Kulturpolitische Veränderungen nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems in Mittel- und Osteuropa, Wiesbaden: Springer VS.