Simon A. Frank, LeonbergSimon A. Frank, Leonberg

Simon A. Frank, Leonberg

Kultumanagement und Social Media. Neue interdisziplinäre Perspektiven auf eine User-generated Culture im Kulturbetrieb.

Die Forschung im Bereich „Kultureinrichtungen im Internet“ hat sich in den letzten Jahren auf sehr praxisnahe Fragestellungen fokussiert, etwa wie die optimale Museums-Website zu gestalten sei oder wie Web 2.0-Dienste und -Tools für Besucherbindung, Kulturmarketing und Kunstvermittlung eingesetzt werden können. Obwohl interessante Ideen und wohldurchdachte Konzepte entwickelt wurden, sind diese Vorschläge von Kulturbetrieben nur zögerlich aufgegriffen worden. Liegt es daran, dass die theoretische Reflexion über die grundlegende Problematik, der Spannung zwischen Kunst-, Kultur- und Internetpraxis, nahezu vollkommen ausgeklammert wurde?

Bislang erklären vor allem Marketingexperten, Informatiker und Betriebswirtschaftler den Mitarbeitern der Kultureinrichtungen, wie und warum das Internet einzusetzen sei. Die traditionell eher technikskeptischen Kulturschaffenden sind mit deren „kulturfernen“ Argumenten meist nur schwer zu erreichen, da sie in der Regel über einen künstlerischen, kultur- oder geisteswissenschaftlichen Background verfügen, in dem zwischen ‚Technik’ und ‚Geist’ in romantischer Tradition ein problematischer Gegensatz gesehen wird. So verwundert es nicht, dass sich diese meist auf kunst- und kulturtheoretische Argumente berufen, um darzulegen, warum das Medium Internet für die zentralen Aufgaben eines Kunstmuseums oder Theaters eigentlich nicht geeignet sei. Da sich beispielsweise in einem virtuellen Museum keine materiellen Objekte ausstellen lassen, sondern nur deren Abbilder, können Vertreter essentialistischer Kunsttheorien (etwa mit einem auratischen Kunstverständnis) ein virtuelles Museum als Ort der Präsentation von Kunst konsequenterweise nur ablehnen.


Wie in diesem Beispiel deutlich wird, ist das Problem also nicht das neue Medium, sondern die vertretene Kunst- oder Kulturtheorie, die mit der Internetpraxis als unvereinbar und „inkompatibel“ dargestellt wird. Ein Analyse des Nutzens des Internets im Kulturbereich muss also, so eine These der geplanten Arbeit, bereits mit einer Auseinandersetzung mit der Kunst- und Kulturtheorie ansetzen und die Frage stellen, ob die aktuelle Internetpraktiken überhaupt ein „kompatibles“ Konzepte für den Kulturbetrieb sind.

Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Armin Klein betreut.

Kurzbiografie

Zur Kurzbiografie von Simon A. Frank siehe Ehemalige Mitarbeiter des Instituts.