Sebastian Fischer, StuttgartSebastian Fischer, Stuttgart

Sebastian Fischer, Stuttgart

Musik und Arbeit – zwei Systeme? (2013)

Im Hinblick auf permanente Bewegungen auf dem Musikarbeitsmarkt unternimmt Sebastian Fischer den Versuch, die Zusammenhänge zwischen Musik und Arbeit schärfer zu erfassen. Dafür wendet er die Systemtheorie an, was zu grundlegenden Neubeschreibungen und erweiterten Vergleichskontexten führt.


Musik wird als ein sich ausdifferenzierendes Funktionssystem beschrieben, das ehemals führende Anlehnungskontexte wie Religion und Kunst abgelegt zu haben scheint. Heute divergieren Hinweise auf die enorme Relevanz von Musik mit semantisch tradierten Gewohnheiten von Musik als Spiel (= als Nichtarbeit), eine tiefe gesellschaftliche Verankerung mit Beschreibungsproblemen.


Die Entstehung der Musikberufe wird – im Kontext der Theorie funktionaler Differenzierung – als ein Prozess verortet, in dem der Distinktionszusammenhang Kunst die Rolle eines evolutionären Attraktors spielt. Nach Kopplungen mit dem Erziehungssystem und dem System der Massenmedien (in der Moderne) gewinnt das System Musik zunehmend an Eigenständigkeit.

Der Übergang in eine Computergesellschaft lässt unabsehbare Transformationen in allen Arbeitsprozessen erwarten. Die Begleitung dieser Prozesse und das Bewältigen immer differenzierterer Kopplungsprobleme zwischen Musik und anderen Funktionssystemen kann als kulturmanageriale Aufgabe verstanden werden.

Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Thomas Knubben betreut.