Elke E. Brommer, Meilen (Schweiz)Elke E. Brommer, Meilen (Schweiz)

Elke E. Brommer, Meilen (Schweiz)

Musikschulförderung in Sachsen-Anhalt. Eine bildungspolitische und bildungsökonomische Untersuchung

Die Musikschullandschaft in Deutschland befindet sich seit den 1990er-Jahren in einer Krise. Bei sich verknappenden finanziellen Ressourcen stellt sich für öffentlich geförderte Musikschulen und ihr Management die Forderung nach Effizienz und Effektivität. Dadurch gelangt Musikschularbeit in den Fokus bildungsökonomischer Betrachtungsweisen. Die Dissertation untersucht die Entwicklung am Beispiel der Musikschulförderung in Sachsen-Anhalt. Dort trat 2006 das „Gesetz zur Förderung und Anerkennung von Musikschulen in Sachsen-Anhalt“ in Kraft. Herausragende Merkmale des Gesetzes sind die Regelung der zukünftigen Aufgabenstellung der Musikschulen, die Ausgestaltung von Trägerschaft und staatlicher Anerkennung sowie die Hinweise zu Förderung und Finanzierung. Innovativ ist das Gesetz insofern, als es einen neuen Gestaltungsspielraum eröffnet: Die Frage der Musikschulförderung und -finanzierung ist nicht mehr institutionenbezogen (trägerabhängig, personalkostenabhängig, wochenstunden- oder schülerzahlenabhängig), sondern wird leistungs- bzw. produktbezogen (Förderung der Leistungsfähigkeit der Begabten) und gemeinwohlorientiert (Musikschularbeit in Kindertageseinrichtungen, Schulen) formuliert.

 

Zielsetzung der Untersuchung ist eine Darstellung der Entwicklung der Musikschulförderung in Sachsen-Anhalt aus bildungspolitischer und bildungsökonomischer Perspektive. Konkret soll geklärt werden, wie sich die gesetzliche Neuordnung in der Förderpraxis niedergeschlagen hat, ob die angestrebten Ziele erreicht werden konnten, und welche Entwicklungen die Musikschullandschaft in Sachsen-Anhalt genommen hat.

 

Zur Beantwortung dieser Fragen ist es notwendig, die historisch-politischen Entwicklungen der Musikschulen in Deutschland sowie die spezifischen Voraussetzungen des Musikschulgesetzes in Sachsen-Anhalt darzustellen. Anschließend wird eine Evaluation und eine systemimmanente Analyse und Diagnose des Fördersystems durchgeführt. Dadurch sollen mögliche Differenzen zwischen politischem Wollen und Ergebnissen realer Umsetzung aufgedeckt und Perspektiven für die Zukunft entwickelt werden.

 

Das Dissertationsprojekt wird von Prof. Dr. Thomas Knubben betreut.

Foto: Kloster Michaelstein

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