Bettina Reinhart

Verwaltungsdirektorin in Göttingen

Liebe Frau Reinhart, Sie haben im Jahr 2004 am Institut Ihren Magister-Abschluss und seitdem Karriere gemacht: von der Verwaltungsleitung am Stadttheater Aalen über die Kaufmännische Geschäftsführung am Theater Erlangen bis zur Verwaltungsdirektorin am Deutschen Theater in Göttingen GmbH (DT)). Welche der Kompetenzen, die Sie in Ihrem Studium erworben haben, waren für Sie die Wichtigsten?


Wichtig waren für mich fundierte Fachkenntnisse in den Bereichen Kulturfinanzierung, Kulturmarketing und Besucherorientierung sowie die Erkenntnis, wie wichtig Netzwerkaufbau und -pflege im Kulturmanagement sind. Das Magister-Aufbaustudium hat dafür den Grundstein gelegt und mir vielfältige Kompetenzen vermittelt, um mich auf eine Leitungsfunktion im Kulturbetrieb optimal vorzubereiten.


Können Sie kurz Ihren Arbeitsalltag im Theater beschreiben? Welche Tätigkeiten sind dominant?


Mein Tätigkeitsspektrum umfasst den kompletten administrativen Bereich des Theaterbetriebes mit derzeit 175 Festangestellten und einem Etatvolumen von 8,9 Mio. Euro pro Spielzeit: Mir obliegt die komplette Finanzplanung mit der Aufstellung des Wirtschaftsplanes, die Rechnungskontrolle zur konkreten Zahlungsanweisung und das abschließende Controlling in Form von Finanzberichten an den Aufsichtsrat; außerdem liegt die Akquise von Drittmitteln in meiner Verantwortlichkeit. Darüber hinaus bildet das Vertragswesen – von der Vertragsverhandlung bis zum ausgefertigten Vertrag – einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt. Die Optimierung der Strukturen und Prozesse sowie die Kommunikation mit den Trägern und Zuwendungsgebern, dem Aufsichtsrat und weiteren Stakeholdern des Deutschen Theaters sind ein wesentlicher Kern meiner Tätigkeit als Verwaltungsdirektorin.


Eines Ihrer nächsten Projekte ist die Einführung eines Managementinformationssystems (Controlling) in Ihrem Haus. Damit gehen Sie einen Schritt weiter, zeigen sich innovativ. Was erwarten Sie davon?


Ich erwarte mir von einem Controlling-System am Deutschen Theater eine Stärkung der Verantwortlichkeit und des unternehmerischen Denkens aller Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter des Hauses durch eine Budgetverantwortung und Kostenplanung im eigenen Verantwortungsbereich. Außerdem erwarte ich mir eine höhere Transparenz und eine verbesserte Ausnutzung der vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen in Zeiten sinkender öffentlicher Mittel.


Die Fragen stellte Dr. Petra Schneidewind

Foto: privat