Simone Enge

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Die Chancen von Absolventen der Musikhochschulen auf dem Arbeitsmarkt haben mich seit meinem Gesangsstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bewegt. Schließlich habe ich mich dann auch in meiner Magisterarbeit mit der Frage auseinandergesetzt, wie man den Absolventen den Start in den Arbeitsmarkt erleichtern kann. Seit November 2008 arbeite ich an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart als Orchestermanagerin des Sinfonieorchesters. Das Hochschulsinfonieorchester steht als größter Klangkörper der Musikhochschule im Zentrum der professionellen Berufsbausbildung. Dem Thema meiner Magisterarbeit „Karrierevorbereitung an Musikhochschulen“ widme ich mich ebenso in einer weiteren Aufgabe: Neben dem Management des Hochschulsinfonieorchesters bin ich unter anderem auch für die Organisation des Dirigentenpodiums Baden-Württemberg zuständig. Hier erhalten fortgeschrittene Studenten der Dirigierklassen in den Musikhochschulen Baden-Württembergs die Möglichkeit, mit drei professionellen Berufsorchestern des Landes zu arbeiten und ihre Fähigkeiten auszubauen.


Wie alles begann: Zunächst hatte ich meine Leidenschaft, das Singen, zum Beruf gemacht. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin habe ich Gesang in der Fachrichtung Musiktheater und Konzert studiert. Parallel dazu erfolgte mit großer Leidenschaft die organisatorische Tätigkeit von Konzerten mit Musikstudenten. Gerne wollte ich meine beruflichen Perspektiven in der Projektarbeit mit Künstlern durch das Aufbaustudium Kulturmanagement erweitern. Während dieser Zeit war ich Werkstudentin bei der Robert Bosch Stiftung und absolvierte außerdem Praktika beim Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und beim Deutschen Musikrat.


Während meines Gesangsstudiums habe ich das Hochschulorchester eher beiläufig wahrgenommen. Seitdem ich nun meine Stelle als Orchestermanagerin des Sinfonieorchesters an der Musikhochschule Stuttgart angetreten habe, weiß ich erst, welch ein Aufwand betrieben werden muss, damit ein reibungsloses Konzert entsteht. Die Aufgaben sind sehr vielfältig und bewegen sich vom oftmals hektischen Tagesgeschäft in den Probenphasen zu einer langfristigen, strategischen Konzertplanung. Hierzu gehören vor allem die Organisation und Durchführung von Konzerten und Konzertreisen, aber auch die Beschaffung von Sponsorengeldern. Das ist auch abschließend, was mich an meinem Arbeitsplatz begeistert: vom Anfang bis zum Schlussapplaus eines Konzertes verantwortlich zu sein. Genau diese Vielfalt, von der Semesterplanung bis hin zum Marketing des Orchesters, gestaltet meinen Beruf aufregend und abwechslungsreich.