Simone Groß

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Museum Ritter

 Während meines Erststudiums – Neuere Geschichte und Journalismus - stand für mich immer das Ziel, journalistisch arbeiten zu wollen im Vordergrund. Deshalb ergänzte ich das Studium durch einige Praktika, vorwiegend im Bereich der Printmedien. Darüber hinaus war ich als freie Mitarbeiterin für die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten tätig. Aber immer nur schreiben? Zu einseitig auf die Dauer, fand ich.

 

Nach einem Studiensemester in Wien, wo ich meinem Interesse für Geschichte und Kultur nachgehen konnte, stand für mich fest, dass ich auch beruflich im Kulturbereich tätig werden wollte. Als eine der frühen Bachelor-Absolventinnen musste ich allerdings feststellen, dass der Studienabschluss nicht ausreichte, um diesen Weg einzuschlagen. Weitere Qualifikationen waren nötig, um im Kulturbereich Fuß fassen zu können.

 

Zunächst begann ich ein Praktikum im gerade eröffneten Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart und schnupperte ausgiebig Museumsluft. Zum WS 2004/05 nahm ich den Magisteraufbaustudiengang Kulturmanagement auf. Parallel dazu arbeitete ich im Haus der Geschichte als Assistentin in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Während der Ludwigsburger Studienzeit erlebte ich die Kombination von Studium und praktischer Tätigkeit im Museum als sehr bereichernd. Für mich war es die perfekte Verbindung, auch wenn ich unter chronischem Zeitmangel litt.

 

Ein Job im Museumsbetrieb war auch nach dem Magisterabschluss mein Ziel. Seit März 2007 bin ich nun im Museum Ritter für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

 

Das Museum Ritter ist eine private Institution, die sich der Präsentation und Förderung vorwiegend konkret-konstruktiver Kunst widmet. Die Sammlung von Marli Hoppe-Ritter, Museumsgründerin und Mitinhaberin der Firma Ritter Sport, umfasst knapp 700 Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen, die sich alle mit dem Thema des Quadrats auseinandersetzen.  

 

Meine Aufgabe besteht darin, sämtliche Maßnahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in enger Abstimmung mit der Museumsleitung zu erarbeiten und durchzuführen. Ziel des 2005 gegründeten Museums ist es, sich in der nationalen und internationalen Kunstszene zu etablieren.

 

Bislang gibt es keine feste Stelle für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Als Volontärin verantworte ich bis auf weiteres diesen Arbeitsbereich selbständig. Pressetexte verfassen, Pressekonferenzen durchführen und den Internetauftritt betreuen, sind unter anderem meine Aufgaben. Die konzeptionellen Aspekte kommen angesichts der Fülle der Arbeiten leider etwas zu kurz. Zunächst überraschte es mich, als Volontärin soviel Verantwortung übertragen zu bekommen, doch inzwischen schätze ich das selbstverantwortliche Arbeiten und die Möglichkeit, durch echtes learning by doing meine Erfahrungen zu erweitern. In vielen Situationen kann ich dabei auf mein Wissen aus dem Kulturmanagementstudium zurückgreifen.

 

Der Zeitmangel ist seit dem Studium nicht weniger geworden, doch Aufbauarbeit für ein außergewöhnliches Museum zu leisten und es der Öffentlichkeit nahe zu bringen, ist für mich eine spannende Herausforderung, auf die ich nicht verzichten möchte.