Georg Riedmann

Bürgermeister der Stadt Markdorf

13 Jahre und einen Monat lang habe ich als Geiger im Sinfonieorchester Basel gespielt. Am 01. April 2003 stürzte ich mich dann in das bis dahin wohl größte Abenteuer meines Lebens und habe meine neue Position als Kulturbeauftragter, ab 01. April 2007 als Leiter des Amtes Kultur, Tourismus und Marketing der Großen Kreisstadt Donaueschingen angetreten.

 

Der Wendepunkt in meiner beruflichen Laufbahn war wohl schon 1999, als ich mich – verunsichert durch ein Problem der Feinmotorik meiner linken Hand, von dem ich annahm, dass es irgendwann einmal meine Karriere als Musiker gefährden könnte –zu verschiedenen Seminaren im Kontaktstudium Kulturmanagement des Wintersemesters 1999/2000 anmeldete. Bereits das erste Seminar geriet zur Initialzündung: „Strategisches Kulturmanagement“ mit Prof. Dr. Werner Heinrichs. Hier wurden alle Probleme aufgezeigt und diskutiert, die mich im strukturellen Bereich meines Orchesters und im kulturpolitischen Umfeld immer wieder beunruhigt hatten. Der Lernerfolg war für mich, zu erkennen, dass mit genügendem Sachverstand und einigen Managementkenntnissen in der Kultur Berge versetzt werden können. Nach dem Besuch einiger weiterer Seminare im Kontaktstudium – viele ebenso spannend, sehr wenige für mich weniger interessant – war mein Wunsch gereift, Gesundheit hin oder her, den Sprung in berufliches Neuland zu wagen.

 

Also meldete ich mich, nachdem klar war, dass es den neuen Masterstudiengang geben würde, umgehend zur Zulassung an. Im April 2001 begann ich mit 16 Kommilitoninnen und Kommilitonen den berufsbegleitenden Studiengang, der inhaltlich einige Ähnlichkeit mit dem Kontaktstudium aufzuweisen hatte, aber durch die dauernd zu erbringenden studienbegleitenden Prüfungsleistungen eine ungeheure Energie in der Mitarbeit erforderte. Wiederum gab es eine Fülle spannendster Lehrveranstaltungen, zwei wunderbare Kompaktwochen und sehr selten ein bisschen Schulatmosphäre.

 

Zweifellos ist die Ausbildung zum Kulturmanager eine spartenübergreifende Ausbildung, in welcher bisweilen manche Bereiche nicht in einer spezialistenartigen Tiefe behandelt werden. Innerhalb von zwei Jahren aber einen Überblick über die Bereiche Kulturwissenschaften, BWL, Managementlehre, rechtliche Rahmenbedingungen und Kommunale Verwaltung zu erhalten, ist ein facettenreiches Spektrum neuer Wissensbereiche, das sich schlussendlich zu einer vollkommen neuen Gesamtkompetenz zusammenfügt. Und genau hiervon profitierte ich ziemlich genau 10 Jahre lang in meinem Büro in Donaueschingen: Von vielem etwas zu verstehen, dies ist die tatsächliche und alltägliche Anforderung an den Leiter des Kulturamts. Und hierzu gehört auch das Bewusstsein der eigenen Grenzen, also dann den Spezialisten hinzuzuziehen, wenn die eigene Kompetenz endet.

 

In wenigen Tagen werde ich diesen Arbeitsplatz in Donaueschingen wieder verlassen, um eine neue Aufgabe zu übernehmen: Am 23. September 2013 werde ich mein Amt als Bürgermeister der Stadt Markdorf antreten und also ein neues, wiederum sehr spannendes Abenteuer meiner abwechslungsreichen beruflichen Laufbahn beginnen.

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