Frauke Schade

Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg

„Bibliotheken sind Büfetts des Geistes“ hatte ich 1993 in den „Fliegenden Blättern“ gelesen und mich kurz darauf entschlossen, Bibliothekswesen zu studieren. Während des Studiums arbeitete ich in der international ausgerichteten Bibliothek am Zentrum für Infrastrukturplanung an der Universität Stuttgart.

Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1995 bekam ich ein Angebot der Stadtbibliothek Reutlingen, die Leitung der Abteilung „Veranstaltungen und Ausstellungen, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung“ zu übernehmen. Die Bibliothek ist weithin bekannt für ihren kulturellen Schwerpunkt und belegte im Bibliotheksranking BIX der vergangenen Jahre Spitzenplätze. Von 1996 bis zum Ende des Jahres 2000 organisierte ich dort jährlich rund 100 Abendveranstaltungen, vor allem im Bereich Lesungen, und 30 Ausstellungen in den Bereichen Buchkunst, Buchillustration und Medienkunst. Dazu kamen Großprojekte wie die Mitternachtsbibliotheken, die Koordination des Gesamtprogramms der Bibliothek und eigentlich alle Herausforderungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wie zum Beispiel Pressearbeit, Fundraising oder Sponsoring. Die Reutlinger Stadtbibliothek eröffnete mir ein breites Praxisfeld und Spielräume zur Entfaltung eigener Ideen, die mitunter zu Publikationen führten. Nebenbei gab ich Seminare im Bereich Kulturmanagement an der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen in Stuttgart und hielt Vorträge an der Design- und Kommunikationsakademie Reutlingen.

In den Jahren 2000 bis Mitte 2002 erhielt ich vom Kulturamt der Stadt Reutlingen den Auftrag, eine qualitative Untersuchung über avancierte Kulturtechniken im Bereich der Medienkultur durchzuführen. Diese kulturpolitische Feldarbeit führte mich zu Gesprächen mit Leitern renommierter und innovativer nationaler Kultureinrichtungen und erweiterte meinen Horizont für kulturelle Entwicklungen und kulturpolitische Zusammenhänge. Das Master-Aufbau-Studium am Institut für Kulturmanagement begann ich im April 2002 kurz vor der Geburt meiner ältesten Tochter und schloss es kurz nach der Geburt meiner jüngsten Tochter im Juni 2004 ab. Das Studium ermöglichte mir, meine praktischen Kenntnisse theoretisch zu untermauern. Vieles, das ich mir „zwischen Tür und Angel“, zwischen Pressegespräch und Abendveranstaltung, kurz aus dem „Kulturmanager“ angelesen hatte, wurde dort auf eine breitere theoretische Basis gestellt.

In der Zwischenzeit bin ich mit meiner Familie nach Berlin gezogen und erlebte in der Hauptstadt einmal einen arbeitsfreien und entspannten Sommer in den Parks und an den Seen, den Abenteuerspielplätzen und Kinderbauernhöfen. Jetzt freue ich mich auf meinen neuen Berufseinstieg als Professorin für Bestands- und Contentmanagement sowie Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Dieser wurde auch durch die flexible und berufsbegleitende Weiterbildungsmöglichkeit am Institut für Kulturmanagement und die flexible Arbeitszeitregelung der Hamburger Hochschule möglich, vor allem aber durch das große Engagement meiner Familie.