Katharina Strein

Künstlerisches Betriebsbüro, Philharmonie Essen

Musik fasziniert mich schon sehr lange: Seit meinen ersten Tönen auf dem Kontrabass habe ich mit Begeisterung bei Konzerten gespielt, beim Sommerfestival mitgewirkt und auf Orchesterreisen verschiedene Konzertsäle Deutschlands kennengelernt. Nach meinem Schulmusikstudium mit Zweitfach Französisch gab es allerdings immer noch viele Aspekte im Musikleben, von denen ich nur eine vage Vorstellung hatte: Wofür ist ein Orchestermanager genau da, wer haftet, wenn das Konzert ausfällt, wie bekommt das Festival mehr Zuhörer und wie finanziert man solide eine Orchesterreise?

 

Durch das Kulturmanagementstudium in Ludwigsburg konnte ich mehr zur Welt hinter dem Konzertvorhang erfahren. Neben den Grundlagen in Steuerrecht, Arbeitsrecht, Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit erhielt ich zugleich einen viel umfassenderen Blick auf andere Kulturbereiche. Besonders bereichernd fand ich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, neben ganz pragmatischen Fragen zu Fördermitteln und Bewerbungstraining mein Wissen in den verschiedenen Theorien zu Kultur zu erweitern.

 

Die Praxis übte ich parallel durch das Engagement bei einer Musikstiftung für hochbegabte Musikstudierende, bei der ich Theorie und Praxis bei der Konzertorganisation und Wettbewerbsdisposition vergleichen konnte. Ein Abstecher beim Beethovenfest Bonn zeigte mir, dass die Entscheidung, zusätzlich zur künstlerischen Ausbildung das Management genauer zu studieren, in jedem Fall die richtige war.

 

So gerüstet, wollte ich mein neues Wissen schnellstmöglich im „richtigen Leben“ erproben und hatte glücklicherweise die Möglichkeit, direkt im Anschluss an meine Prüfungen das Team der Philharmonie Essen zu ergänzen. Hier unterstütze ich im künstlerischen Betriebsbüro die Programmplanung und die organisatorische Abwicklung in einem großen Konzerthaus und lerne, was es heißt, ein Haus mit zwei Sälen und insgesamt über 2.200 Plätzen zu bespielen, Künstler zu verpflichten oder mit strukturellen und rechtlichen Gegebenheiten umzugehen.

 

Besonders bereichernd an diesem Arbeitsplatz finde ich, dass immer noch die Musik und hervorragende Konzerte im Mittelpunkt stehen, wenn nach einem Bürotag am Computer ein wunderbar besetztes Konzert auf dem Programm steht und den Arbeitstag abrundet.