Dirk Boll

Prof. Dr. Dirk Boll, Geschäftsführer des Auktionshauses Christie’s in Zürich und European Director des Unternehmens, Absolvent des Magister-Aufbaustudiengangs und Verfasser einer Dissertation über den Kunstmarkt (2004)

Herr Boll, Sie haben 1999 Ihre Magisterarbeit über Kunstauktionen geschrieben. Heute arbeiten Sie bei Christie's. Haben sich die Ludwigsburger Theorie und die Praxis auf dem internationalen Parkett gut ergänzt?

 

Die Magisterarbeit und dann vor allem die Dissertation waren für mich entscheidende Schritte der theoretischen und empirischen Durchdringung eines Themas, das mich schon früher aus eigenem Erleben von Kunstauktionen fasziniert hat, wenn auch zugegebenermaßen eher durch Beobachtung und studentische Aushilfstätigkeiten denn als Bieter in Versteigerungen. Zum Glück hat die Freude am Erlebnis durch die theoretische Reflexion  keinen Schaden genommen.

 

Wie hat sich das Berufsbild des Kulturmanagers in den vergangenen 20 Jahren verändert?

 

Der Kulturmanager ist in einem unvorhergesehenen Maße in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Infolgedessen muss man von ihm erwarten, dass er den professionellen Umgang mit der Öffentlichkeit erlernt und pflegt. Ganz generell ist der steigende Grad an Professionalisierung auch in unserem Metier Herausforderung und Anspruch – was eine wunderbare Werbung für den Ludwigsburger Studiengang ist!

 

Das Institut feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Wie wird sich, Ihrer Meinung nach, das Berufsbild des Kulturmanagers in den kommenden 25 Jahren entwickeln?

 

25 Jahre sind ein junges Alter, erst recht in der Zeitrechnung der akademischen Ausbildung. Charakteristisch für junge Ausbildungswege ist deren interdisziplinärer Ansatz, der es ihnen erlaubt, sich sensibel und schnell auf verändernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen einzustellen. Mit dieser Wachheit und Offenheit muss man auch künftige Absolventen ausrüsten, denn sie stellen grundlegende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit in den Kulturbetrieben dar – nicht nur, aber auch in hohem Maße auf den internationalen Kunstmärkten.

 

Die Fragen stellte Dr. Christiane Dätsch

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Christie's Zürich

Steinwiesplatz

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