Thimo Eckert

Projektleiter Music Circus Concertbüro, Stuttgart, und Absolvent des Master-Studiengangs (2013)

Lieber Herr Eckert, was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit im Musikbetrieb? Welche besonderen Herausforderungen gibt es?

 

Mit meinem Job konnte ich meine Leidenschaft zur Musik und zu Konzerten zum Beruf machen und bin gleichzeitig in einem der aufregendsten, sich rasant verändernden Bereiche der Musikbranche gelandet – dem kommerziellen Konzertbetrieb. Es ist immer wieder faszinierend, diese Leidenschaft mit so vielen Kollegen zu teilen. Eine große Herausforderung war es, mich ohne tiefergehende Kenntnisse in der Branche zurecht zu finden und in meinem Betrieb frische Akzente zu setzen.

 

 

Worin unterscheidet sich Ihre Managertätigkeit im populären Musikbereich von jener im klassischen Musikbetrieb?

 

Ohne Erfahrungen im klassischen Musikbetrieb aufzuweisen, denke ich, dass man im populären Konzertbetrieb breiter aufgestellt sein muss. Bei uns unterscheidet sich fast jedes Konzert vom anderen, was das Publikum, die Produktion als auch das künstlerische Produkt angeht. Vom kleinen Clubkonzert einer türkischen Darkwave-Band vor 30 Besuchern bis hin zum Open Air-Konzert eines internationalen Megastars in einem ausverkauften Fußballstadion decken wir ein sehr breites Spektrum ab. Unser Anspruch ist es, für jedes gesellschaftliche Milieu ein passendes Konzert zu veranstalten. Kulturpolitisch gesehen ist die Subventionierung der meisten klassischen Konzertveranstaltungen ein grundlegender Unterschied zu unserer popkulturellen kommerziellen Branche.

 

Inwiefern hat Sie das Ludwigsburger Studium auf Ihre Tätigkeit im Musikbereich vorbereitet?

 

Meine Tätigkeitsfelder in unserem Betrieb sind vielfältig. Vom Booking, also der künstlerischen Programmgestaltung, dem übergeordneten Projektmanagement der gebuchten Konzerte bis hin zur kalkulatorischen Planung oder dem Onlinemarketing im Speziellen muss ich generalistisch aufgestellt sein. Dementsprechend kann ich verschiedenste Inhalte, auf die mich mein Studium in Ludwigsburg vorbereitet hat, praktisch anwenden. Für die Zukunft würde es mich freuen, wenn der kommerzielle populäre Konzertbetrieb sich stärker im Lehrplan des Instituts wieder finden würde.

 

 

Die Fragen stellte Dr. Christiane Dätsch