Andrea Hausmann

Professorin für Kulturmanagement

Liebe Frau Hausmann, seit dem 1. April 2017 ist Ludwigsburg Ihre neue Wirkungsstätte. Was verbinden Sie mit dieser Region? Worauf freuen Sie sich?

 

Ehrlich gesagt, ich freue mich tatsächlich auf eine Vielzahl von Dingen. Zunächst ist es für mich natürlich eine Freude, die Nachfolge von Herrn Kollegen Klein anzutreten, der das Kulturmanagement im deutschsprachigen Raum so nachhaltig geprägt hat. Dann ist es für mich persönlich wunderbar, dass ich am Institut für Kulturmanagement ein eingespieltes und engagiertes Team vorfinde – gemeinsam werden wir viel erreichen. Ich bin auch insgesamt von der PH Ludwigsburg sehr freundlich aufgenommen worden, das ist nicht selbstverständlich und daher umso schöner. Nicht zuletzt freue ich mich auf die Studierenden, von denen ich schon viel Gutes gehört habe und deren Leidenschaft für das Kulturmanagement ich gerne fördere. Weil es ja aber nicht nur beruflich stimmen soll: ich freue mich auf schönes Wetter zu allen Jahreszeiten, schöne Wanderungen und viel Kultur in der Region, die Nähe zu Frankreich und Italien und last but not least gutes Essen und guten Wein aus dem „Ländle“.

 

Der Südwesten ist eine an kulturellem Erbe reiche Gegend. Sie lehren auch Kulturtourismus. Was haben beide – kulturelles Erbe und Kulturtourismus – miteinander zu tun?

 

Ein besonders schöner Nebeneffekt meines Wechsels nach Ludwigsburg liegt darin, dass der Standort so vielfältige Möglichkeiten für das Thema Kulturtourismus bietet. Die Region weist ja eine beeindruckende Vielfalt an kulturellem Erbe auf, was insofern ideal ist, als ich diesen Schwerpunkt aufgrund der unabweisbaren Bedeutung des Tourismus für im Kulturmanagement Tätige gerne am Institut stärker ausbauen möchte. Ich bringe in diesem Zusammenhang einige interessante Forschungsprojekte mit, v.a. im Kontext von so genannten „Information and Communication Technologies“ (ICTs), mit deren Hilfe sich kulturelles Erbe zeitgemäß touristisch vermitteln und vermarkten lässt. Diese möchte ich hier fortführen und ich bin mir sicher, dass die Studierendenden, das Institut und die Region von diesen Aktivitäten profitieren werden.

 

Wo liegen die größten beruflichen und akademischen Chancen für Kulturmanager, wenn es um kulturelles Erbe geht? Wie wollen Sie die Ludwigsburger Studierenden fit machen?

 

Das Studium in Ludwigsburg bietet insofern einzigartige Chancen, als hier so viele unterschiedliche Interessen verfolgt werden können. Zum einen gibt es attraktive ländliche Regionen, hier ist Kulturtourismus derzeit „das“ Thema, in das auch immer wieder Projektgelder fließen. Darüber hinaus bietet Ludwigsburg durch seine geographische Lage auch Chancen für den eher urbanen Kulturtourismus. Stuttgart, Karlsruhe, aber auch Frankfurt, Nürnberg oder München verfügen über vielfältiges, spannendes Kulturangebote und so ist es einfach, Theore und Praxis eng miteinander zu verzahnen. Einen solchen Mehrwert können in Deutschland nur wenige andere Studiengänge bieten. Aufgrund meines Profils – hoher Forschungsoutput, methodische Stringenz, hohe Praxisorientierung, großes Netzwerk – freue ich mich darauf, die Studierenden sowohl mit dem theoretischen Handwerkszeug im Kulturmanagement vertraut zu machen als sie auch ganz früh mit der Kulturbetriebspraxis in Kontakt zu bringen und beim Netzwerkaufbau zu unterstützen.

 

Die Fragen stellte Dr. Christiane Dätsch