Irmi Michels

Leiterin des Förderkreises sowie Referentin für Sponsoring an der Komischen Oper Berlin und Absolventin des Aufbaustudiengangs Kulturmanagement, Jahrgang 2003

Liebe Frau Michels, Sie sind seit dem Jahr 2008 an der Komischen Oper tätig. Was reizt Sie an diesem Haus? Was macht die Komische Oper für Sie aus?

 

Ich bin eher zufällig hier gelandet, aber ich habe das Haus lieben und schätzen gelernt. Es ist in jedem Fall ein besonderes Haus, das sich von den beiden anderen Berliner Opernhäusern stark unterscheidet. Unser Programm ist vielfältiger, und das spiegelt sich auch im Publikum wider, ebenso wie in unserem Förderkreis. Ich würde sagen, dass sich diese Vielfalt selbst bei den Kollegen zeigt. Diese Vielfalt macht meine Aufgabe etwas schwieriger, aber auch interessanter. Das nicht homogene Publikum ist eine Herausforderung bezogen auf das Spendenverhalten und die Angebote für die oft völlig unterschiedlichen Menschen. Gleichzeitig erlebe ich, dass viele unseren Förderkreis sehr attraktiv finden, weil hier eben nicht alle über 70 und und im gleichen Club sind. Insgesamt liebe ich die Lebhaftigkeit in diesem Haus und die Musik, die mich letztendlich auch hergeführt hat.

 

Wie sieht Ihr Aufgabenfeld als Leiterin des Förderkreises und Referentin für Sponsoring konkret aus?

 

Meine Arbeit ist ein Mix aus Veranstaltungs- und Reisemanagement, Spendenverwaltung und -akquise, allgemeiner Verwaltungstätigkeit (Buchhaltung, Jahresabschluss etc.), Psychologie – das Einstellen und Einfühlen in die vielen unterschiedlichen Menschen ist sehr wichtig –  und Kommunikation: das Erstellen und Verfassen von Publikationen wie dem Newsletter, die Pflege der Website, die Beantwortung von E-Mails, das Telefonieren oder die persönliche Begegnung mit Förderern nehmen einen Großteil des Arbeitsalltags ein. Das ist zeitinensiv, trägt aber definitiv zur Bindung der Menschen bei und führt so auch zu höheren Spenden und mehr Engagement.

 

Die Komische Oper praktiziert die Kommunikation mit einem interkulturellen Publikum. Inwiefern ist davon auch Ihr Bereich betroffen? Wo sehen Sie die großen Herausforderungen der Zukunft?

 

Wir haben festgestellt, dass dieser zunächst gar nicht so einfach zu kommunizierende Aspekt zum Favouiten bei der Akquise von Drittmitteln geworden ist. Wenn wir neue Partner suchen, ist unser Projekt Selam Opera! sehr gefragt, mittlerweile werden wir sogar konkret darauf angesprochen. Es gibt Förderer, die auf Feiern für diesen Zweck eigeninitiativ Spenden sammeln, was uns sehr freut! Außerdem haben wir internationale Förderkreismitglieder – die bei uns höchste Förderstufe – unter anderem eine türkische Kuratorin. Der Anfang war schwer, aber wir haben nicht aufgegeben und immer daran geglaubt! Eine Herausforderung für die Zukunft ist, unseren Förderkreis noch bunter und jünger werden zu lassen, noch mehr Gelder für die Oper zu akquirieren und das Thema Erbschaftsfundraising erfolgreich zu etablieren.

 

Die Fragen stellte Dr. Christiane Dätsch