Bestandsaufnahme zum PersonalmanagementBestandsaufnahme zum Personalmanagement

Bestandsaufnahme zum Personalmanagement

Bestandsaufnahme zum Personalmanagement

Das Interesse an betriebswirtschaftlichen Fragestellungen ist im Kulturbereich in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Von den (Kern-)Funktionsbereichen betrieblicher Tätigkeit standen bislang vor allem das Marketing und die Finanzierung im Fokus. Weitgehend ausgeklammert wurde dagegen das Personalmanagement, auch weil viele Kulturbetriebe angesichts der traditionell hohen Identifikation ihrer Mitarbeiter mit den Organisationszielen wichtige personalpolitische Variablen (Motivation, Arbeitszufriedenheit und andere) als gegeben vorausgesetzt haben und keine besondere Notwendigkeit für ein gezieltes Management dieser Ressource sahen.

 

Erst seit 2010 findet das Personalmanagement zunehmende Beachtung, was sich unter anderem in Themenheften praxisorientierter Zeitschriften oder der Schwerpunktsetzung auf Konferenzen niederschlägt. Dies erscheint angesichts einer Vielzahl personalpolitisch relevanter Sachverhalte (hohe Personalintensität bei der Leistungserstellung, große personelle Vielfalt, Heterogenität der Beschäftigungsverhältnisse etc.) und sich ändernder Kontextfaktoren (etwa demografischer Wandel) als sinnvoll und notwendig. 

 

Aus Sicht der Forschung war es nun interessant, mehr darüber herauszufinden, welche wissenschaftlichen, empirisch fundierten Erkenntnisse bereits vorliegen, um diese Entwicklung zu flankieren. Es war daher Ziel des Forschungsprojekts, eine systematische Bestandsaufnahme zur empirischen Personalforschung im Kulturbereich vorzunehmen, um so den gegenwärtigen „state of the art“ in diesem Bereich identifizieren bzw. mögliche Forschungslücken aufzeigen zu können. In die Untersuchung einbezogen wurden Studien, die sich empirisch mit dem Thema auseinandersetzen und im deutsch- und englischsprachigen Raum in Fachzeitschriften mit „peer review“-Verfahren erschienen sind. 

 

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Forschung noch in ihren Anfängen steckt und erhebliche Lücken aufzeigt. So dominiert in allen untersuchten Sparten das Thema Personalführung, andere Aufgabenfelder werden nur ansatzweise diskutiert (Personalentwicklung) oder bleiben unberücksichtigt. Auch beschränken sich die Analysen vorrangig auf die Mitarbeitergruppen der Künstler und Führungskräfte; die für die Leistungserstellung im Kulturbereich gleichfalls relevante Gruppe des Servicepersonals wird vernachlässigt. Unter Berücksichtigung von Gütekriterien empirischer Forschung kann nur der Stand der Forschung für den Orchesterbereich als ausgereift bezeichnet werden; die Forschung sowohl im Museums- als auch im Theaterbereich ist derzeit noch rein explorativ ausgelegt. Eine Diskussion der Ergebnisse und hieraus abgeleitete Empfehlungen für die künftige Forschung schließen die Untersuchung ab.

 

Literaturinformation und Zugriff:

Hausmann, Andrea (2013): Empirische Forschung zum Personalmanagement in Kulturbetrieben, in: Zeitschrift für Personalforschung, Vol. 27, No. 2 (2013), p. 103-124. Online abrufbar unter: http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/239700221302700203

Zugang zum Aufsatz

Kontakt

Prof. Dr. Andrea Hausmann

 

Tel. 07141/140-411 (Sekr.)

Mail: hausmann(a)ph-ludwigsburg.de