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Geteiltes Erbe in der Biografie

25.04.2020

Zweites Kick off-Treffen im Projekt "Shared and/or Contradictory Heritage": Dr. Chava Brownfield-Stein, Dozentin aus Beit Berl, stellte die Ideen der israelischen Studierenden vor


Eigentlich hätte das Studierendenlabor, das Kernstück des zweijährigen Projekts "Shared and/or Contradictory Heritage", mit einer persönlichen Begegnung beginnen sollen: Eingeladen war die israelische Projektleiterin Dr. Chava Brownfield-Stein, Leiterin des Master Programms "Art Education" und Dozentin für Kunst an der Fakultät Hamidrasha des Beit Berl College, um erste Ideen ihrer Studierenden für die gemeinsame Arbeit am Thema vorzustellen.

 

Doch dann kam alles anders: "Corona"-bedingt musste die Begegnung auf virtuellem Wege stattfinden. Dr. Brownfield-Stein nahm es mit Humor und blendete zu Beginn eine Collage ein, die ihre Flugdaten anzeigten - so hätte es sein können ... Zugeschaltet war aus Tel Aviv auch Dr. Dalya Markovic als zweite Dozentin im Projekt. In Deutschland saßen die beiden Dozenten Prof. Dr. Clemens Klünemann und Dr. Christiane Dätsch, Stuttgart, vor dem Computer, ebenso wie zehn deutsche Master-Studierende, die sich für das Projekt entschieden hatten.

 

Deutlich wurden beim ersten Kick off-Meeting sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede in beiden Ländern. So stellte Dr. Chava Brownfield-Stein noch einmal die multikulturelle Gesellschaft Israels vor, die viele der israelischen Studierenden als Ausgangspunkt für ihre Fallstudien zum Thema "Shared and/or Contradictionary Heritage?" nahmen. Fast alle  können eine Immigrationsgeschichte bis in die jüngsten Familienschichten nachweisen - und so stellt sich die Frage, wie das kulturelle Erbe aus dem Herkunftsland mit jener kollektiven Identität vereinbar ist, für die der Staat Israel steht. Zahlreiche Heritage-Center wurden in den vergangenen Jahren in Israel eröffnet, die diese Herkunftsnarrative aufrecht erhalten. Warum - so wird auch einer der israelischen Studierenden in seinem Fallbeispiel fragen - ist dieses kulturelle Erbe aus der Diaspora so wichtig, wenn der Eintritt ins Heimatland Israel eigentlich die Vollendung der jüdischen kulturellen und kollektiven Identität darstellt?

 

Fragen gab es auch am Ende dieser Begegnung und der Vorstellung der ersten Ideen: Sind sie mit dem europäischen Ansatz von "Shared Heritage" kompatibel? Wie können Tandems zusamenarbeiten? Am 11. Mai werden auf diese Fragen möglicherweise erste Antworten gefunden, wenn die deutschen Studierenden ihre Projektideen konkretisieren. „Shared and / or Contradictory Heritage?“ ist ein Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung.

 

Montage: Dr. Chava Brownfield-Stein


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