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Am Computer auf Reisen

02.06.2020

Nordrhein-Westfalen im Spiegel von Kultur- und Medienschaffenden: Die virtuelle Exkursion der Zweitsemester führte in diesem Jahr in Deutschlands viertgrößtes Bundesland


Mit rund 17,9 Millionen Menschen ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste und dicht besiedeltste der 16 deutschen Bundesländer. Bei Besucherinnen und Besuchern aus In- und Ausland wird es immer beliebter: Grund dafür ist unter anderem die Vielfalt an Kulturangeboten, die dortige Industriekultur, die längst zum UNESCO-Welterbe gehört, Museen von Weltrang, international bekannte Festspiele und eine große Medienlandschaft. So fiel die Wahl nicht schwer, die diesjährige Wochenexkursion der Zweitsemester im Master-Studiengang „Kulturwissenschaft und Kulturmanagement“ in diesen Teil Deutschlands zu unternehmen – doch dann machte die Conora-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. An die Stelle des einwöchigen Besuchs vor Ort rückte eine zweitägige virtuelle Exkursion (Leitung: Prof. Dr. Andrea Hausmann / Sarah Schuhbauer M.A.).

 

„Nicht immer schön, aber immer überraschend und spannend“: Mit diesen Worten beschrieb Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin von Tourismus NRW, ihr Bundesland zu Beginn des virtuellen Treffens. Die Städte und Orte sind hier von Transformation und Brüchen gezeichnet – umso authentischer ist, was sie anbieten. Auch Prof. Dr. Hans-Peter Noll, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Zollverein, betonte das Merkmal der Echtheit und Unverwechselbarkeit: Ihm zufolge stellt etwa die Zeche Zollverein in Essen ein einzigartiges Beispiel für einen gelungenen Wandel dar. Er berichtete von Maßnahmen der Digitalisierung und der Weiterentwicklung des Standorts. Zugleich wies er darauf hin, dass es wichtig sei, den Welterbe-Standort nicht zu vergessen, sondern die Idee fortzuschreiben.

 

Neben der Industriekultur nimmt auch die Theater- und Musiklandschaft eine wichtige Rolle in NRW ein. Alois Banneyer, Projekt-Koordinator bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, und Lilja Kopka, zuständig für Produktion und Programm, berichteten von der Absage des Festivals 2020 und den damit verbundenen Folgen. Dabei betonten sie sowohl die finanziellen und kommunikativen Herausforderungen als auch den positiven Austausch mit den Kunstschaffenden sowie den Zuschauerinnen und Zuschauern. Auch der Orchestermanager und stellvertretende geschäftsführende Direktor des Gürzenich Orchesters Köln Frank Lefers kam auf die Folgen von „Corona“ zu sprechen und gab darüber hinaus Einblicke in den aktuellen Markenbildungsprozess und die Musikvermittlungsprogramme seines Orchesters. Um Vermittlungsarbeit ging es auch im Gespräch mit Annika Plank, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung der Kunstsammlung NRW: Ihre primäre Aufgabe ist der Dialog mit Besuchergruppen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Initiativen der Stadtgesellschaft, so Plank.

 

Und NRW als Medienstandort? Auf diesen Aspekt machten Linda Marie Schulhof, Leitern des Bereich Veranstaltungen des DuMont-Buchverlages , und Christian Sülz, Pressesprecher und Leiter der Abteilung Kommunikation und Marketing des Deutschlandradios in Köln, aufmerksam. Schulhof, bei DuMont auch für die Pressearbeit zuständig, erläuterte die Besonderheiten der Öffentlichkeitsarbeit in der Buchbranche, während Sülz den Fokus auf das Marketingthema Zielgruppen, das journalistische Selbstverständnis des Deutschlandradios und die Gewährleistung qualitativ hochwertiger Inhalte legte. Allen GesprächspartnerInnen sei für die Einblicke herzlich gedankt!

 

Text: Sarah Schuhbauer

Foto: Ruhrfestspiele


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