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Aktualität eines Dichters

05.10.2020

„Aufbrüche-Abbrüche. 250 Jahre Friedrich Hölderlin“: Prof. Thomas Knubben hält zur Eröffnung der Ausstellung am 12. Oktober in der WLB in Stuttgart den Festvortrag


Zweimal musste die Eröffnung der Ausstellung „Aufbrüche-Abbrüche. 250 Jahre Friedrich Hölderlin“ in der Württembergischen Landesbibliothek (WLB) wegen der Corona-Krise verschoben werden – nun kann sie endlich stattfinden: Am Montag, 12. Oktober, wird die Ausstellung durch die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer feierlich eröffnet. Den Festvortrag hält an diesem Abend Prof. Dr. Thomas Knubben.

 

Das in der Württembergischen Landesbibliothek beheimatete Hölderlin-Archiv verfügt über gut vier Fünftel der ganzen Hinterlassenschaft des Dichters, der zusammen mit Beethoven und Hegel dieses Jahr groß gefeiert werden sollte. Es kann für seine Ausstellung also aus dem Vollen schöpfen – und tut es auch. In ihrem Titel „Aufbrüche – Abbrüche“, der ungewollt zur aktuellen Lage passt, erinnert die Ausstellung an die vielen Aufbrüche Hölderlins um 1800, berufliche wie literarische, die mehrfach fehlschlugen und abgebrochen wurden. Das gilt auch für die Rezeption seines Werkes, das lange verschüttet war und erst um 1900 als radikal modern entdeckt wurde.

 

Mit „Hölderlin 21“, seiner heutigen Aktualität und den Möglichkeiten einer individuellen Rezeption, beschäftigt sich auch Prof. Dr. Thomas Knubben in seinem Festvortrag. Dass die Strahlkraft des als schwer zugänglich geltenden Dichters noch immer immens ist, zeigen nicht nur die über 700 Veranstaltungen, die im Jubiläumsjahr geplant waren und nun sukzessive nachgeholt werden. Sie ist auch belegt durch rund 1.750 Übersetzungen, die in den letzten Jahrzehnten in über 80 Sprachen der Welt vorgenommen wurden, was ihn zu einem der meist übersetzten deutschen Schriftsteller überhaupt macht.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit einem ausführlichen Beitrag von Thomas Knubben über Hölderlins Reise nach Bordeaux, der den aktuellen Forschungsstand zu diesem gleichfalls abgebrochenen Aufbruch darlegt.

 

Illustration: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

 

 


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