Andrea FunckAndrea Funck

Andrea Funck

Dr. Andrea Funck, Professorin für Konservierung und Restaurierung an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und Absolventin des Berufsmaster- Aufbaustudiengangs (2010)

Liebe Frau Funck, Sie sind Professorin für Restaurierung an der Kunstakademie in Stuttgart – Ihren Master-Abschluss haben Sie im Kulturmanagement erworben. Wie ergänzen sich Restaurierung und Kulturmanagement?

 

Das ergänzt sich wunderbar. Kulturguterhalt braucht eine öffentliche Stimme, wir RestauratorInnen sind die FürsprecherInnen von Kunst und Kulturgut. Die Inhalte der Fächer Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Sponsoring/Fundraising und Management aus dem Kulturmanagement helfen besonders dabei.

 

Was hat Sie bewegt, Kulturmanagement zu studieren? Wie konnten Sie die dort gelehrten Inhalte in Ihren Tätigkeiten konkret einsetzen?

 

Ich wollte neben meinem FH-Diplom einen Masterabschluss. Kulturmanagement hat mich wegen der vielen Querschnittsthemen gereizt. Aus der Verbindung beider Studiengänge (Diplomstudiengang Restaurierung und Master Kulturmanagement) entstand die Idee, Öffentlichkeitsarbeit mehr als bisher für RestauratorInnen an Museen zu nutzen und damit unseren Beruf in diesem Feld zu professionalisieren. Diesen „neuen“ und „anderen“ Blick auf die Restaurierung und Vermittlung habe ich erst durch das Studium erlangt und in einer Promotion anschließend vertieft. Dass das Thema aktuell wie nie ist, zeigen zahlreiche Beispiele zu dem Thema wie Sonder- und Dauerausstellungen in Museen, Angebote wie Führungen und Vorträge durch RestauratorInnen und nicht zuletzt die Etablierung des Europäischen Tags der Restaurierung, der nun jährlich am zweiten Sonntag im Oktober mit interessanten Angeboten der breiten Öffentlichkeit restauratorische Inhalte vermittelt. 

 

Stichwort Arbeiten 4.0: Worauf kommt es heute im Berufsleben junger Restauratoren an? Welche Rolle spielen neue Arbeitsformen, welche die Digitalisierung, und welchen Rat würden Sie geben?

 

Es kommt als RestauratorIn nicht nur darauf an sein Handwerkszeug praktisch und theoretisch zu beherrschen, wissenschaftlich zu arbeiten und sensibel mit den Objekten umzugehen, sondern dies Interessierten zu vermitteln. Das können BesucherInnen, KollegInnen, Kunden, aber vermehrt auch Politikerinnen und Sponsoren sein. Der Beruf hat sich demnach von/m RestauratorIn im stillen Kämmerlein hin zur Person in der Öffentlichkeit gewandelt. Auch wenn dadurch weniger Zeit zum Restaurieren bleibt, rate ich, dies als Chance zu sehen, geht es doch um unser aller kulturelles Erbe.

 

Die Fragen stellte Dr. Christiane Dätsch

Kontakt

Prof. Dr. Andrea Funck

andrea.funck(a)abk-stuttgart.de