Kultur-Diskurs im Lehrbetrieb
„Künstlerglück – Künstlerpech? Perspektiven von Künstlern in Deutschland.“ Mit diesem Titel war einer von insgesamt vier Kulturdiskursen, die in diesem Wintersemester am Institut für Kulturmanagement angeboten werden, überschrieben. Vier Studierende führten als Moderatoren durch die 90-minütige Diskussion. Die Verantwortung für das Experiment im Lehrbetrieb lag bei Professor Dr. Thomas Knubben.
Als externe Gesprächspartner waren eingeladen: das Künstlerehepaar Isa Dahl und Daniel Wagenblast, der Musiker Veit Hübner sowie Professor Dr. Ludger Hünnekens, Direktor der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und seit 2005 Honorarprofessor am Ludwigsburger Institut. Kontrovers diskutierten die Studierenden mit den Gästen über Themen der Künstlerausbildung sowie die Chancen beim Übergang von der Akademie in die Berufswirklichkeit. Isa Dahl, Daniel Wagenblast und Veit Hübner sind für ihre künstlerische Arbeit vielfach ausgezeichnet worden und zählen nicht nur hierzulande zu den Etablierten ihrer Zunft. Doch alle drei verhehlten nicht die Widrigkeiten des „freien“ Künstlerlebens, vor allem in den ersten Jahren der Selbständigkeit. Andererseits überwogen bei allen Gästen die Vorzüge dieser Lebensweise, - zum Beispiel die Möglichkeit, eigene Ideen realisieren zu können und sich seine Zeit frei einteilen zu können.
Als Hochschulrektor berichtete Ludger Hünnekens von den beruflichen Aussichten seiner Studierenden. Diese sähen sich heute einer wesentlich komplexeren Marktsituation ausgesetzt, als dies vor zwanzig Jahren der Fall war. Die Schnittstellen zwischen künstlerischer Ausbildung und managerialer Förderung zeigte schließlich die Exstudentin Fabiane Wieland auf. Genau dies war der Themenschwerpunkt ihrer Magisterarbeit mit dem Titel „Kunst und Karriere. Zur Gestaltung des Übergangs von der Kunstakademie in die Künstlerexistenz“. Dieses Problem wurde in der Praxis bislang nur stiefmütterlich behandelt. Es gibt allerdings erste Weichensteller für künstlerische Berufseinsteiger wie zum Beispiel das „Kunstbüro Baden-Württemberg“ (www.kunstbuero-bw.de).
Thomas Meurer