"Europäische Kulturhauptstädte" aus der Nähe betrachtet
Letztes Jahr waren es gerade noch Linz und Vilnius. Dieses Jahr sind es Essen (zusammen mit dem Ruhrgebiet), Istanbul und Pécs: Kulturhauptstädte Europas. Natürlich muss man sich dieses EU-Projekt aus der Nähe betrachten, um ein Urteil darüber fällen zu können. Dies taten Studierende des Kulturmanagements bereits im vergangenen Sommer im österreichischen Linz. Die nächste Exkursion ist schon in Planung – natürlich nach Essen und damit zu „Ruhr2010“.
Was macht das Ruhrgebiet eigentlich aus? Das kulturelle Erbe des Ballungsraums ist vor allem von Kohle und Stahl, harter Arbeit und Solidarität, aber natürlich auch vom Fußball und dem Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen geprägt. Das Motto, unter dem die Metropole Ruhr ab Januar steht, lautet „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“. Der Titel zeigt, wie sehr das Element der Kultur als identitätsstiftend gesehen wird. Kultur trägt dazu bei, die Industrielandschaft zu einer Metropole neuer Art zu machen. Diese „Verwandlung“ spiegelt zugleich den europäischen Prozess wider: Wie auch Europa aus vielen Staaten zusammenwächst und auf der Suche nach einer gemeinsamen Identität ist, gilt es „im Pott“ 53 Städte mit rund 5,3 Mio. Einwohner zu einen. Letztere stammen übrigens aus rund 140 verschiedenen Nationen.
Das neue Kulturhauptstadtjahr ist vor kurzem eröffnet worden – ein Ereignis auf das die Ludwigsburger Kulturmanager gespannt gewartet hatten. Insbesondere, da schon Linz als Europäische Kulturhauptstadt bei der letzten Exkursion beeindruckte.
Um die Erlebnisse und das Bild von „Linz09“ noch einmal Revue passieren zu lassen, lohnt ein Blick in den jüngst erschienen Exkursionsbericht (hier im Fotoarchiv).
Inga Ervig