Fünf "Teamlabore" präsentieren ihre Businesspläne
Bald schon eine Tradition am Ludwigsburger Institut für Kulturmanagement: Die Präsentation der „Teamlabor“-Ergebnisse vor den Lehrenden und Kommilitonen ist der Schlussstein einer dreisemestrigen Arbeit. Was auf der Kapfenburg zu Beginn des Studiums als Geschäftsidee aufkeimt, erreicht nach über einem Jahr seine volle Blüte. Diesmal waren es mit fünf Kleingruppen mehr „Teamlabore“ als üblich: Sie alle entwickelten Schritt für Schritt ihre Geschäftsfelder, prüften wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen und verfassten am Ende einen kompletten Businessplan mit überprüfbarem Zahlenwerk.
Ausgehend vom Mission Statement über die Potentialanalyse bis hin zur Finanz- und Liquiditätsplanung präsentierten die Teams der Reihe nach ihre Resultate. Dabei überzeugten sie ihr Publikum mit großem Ideenreichtum. Beispielsweise verteilte das Team filmrollen als Gimmick ein optisches Analogon zur Geschäftsidee – nämlich eingetütete Lakritzschnecken samt Logo.
Hinter dem Kulturbetrieb filmrollen verbirgt sich ein roter englischer Doppeldeckerbus, der sich – entkernt und umgebaut – als Kino auf Rädern über die deutschen Straßen schlängelt. Der Bus kann im Sommer zum Freiluftkino erweitert werden. Auf der Leinwand sind Abschlussarbeiten von Filmstudenten zu sehen.
Museale Erstarrung gehört mit dem Team Fundbüro der Vergangenheit an. Gezeigt werden in Wechselausstellungen erzählende Dinge aus Privatbesitz.
Das Teamlabor Frei³ haucht leer stehenden Gebäuden wieder neues Leben ein; die Kulturangebote umfassen die Trias Wort, Bild und Ton.
Mit Kultur kommt wird hilfsbedürftigen Menschen, die keine Möglichkeit haben, selbst Kultureinrichtungen aufzusuchen, der Zugang zum Kulturgenuss in Form von Angeboten oder Mitmach-Aktionen im Haus ermöglicht.
Das Trio, das sich hinter dem Namen Crossing Arts formiert, erschließt neue experimentelle Felder, indem es klassische Musik mit zeitgenössischer Clubszene kreuzt.
Mit der Veranstaltungsform des „Teamlabors“ sollen am Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg die Inhalte der theoretischen Lehre spielerisch auf die Praxis übertragen werden. Dass es sich dabei nicht allein um ein Spiel oder den Bau von Luftschlössern handelt, beweist das Team von Kultur kommt. Den Studierenden gelang es bereits, ihren gemeinnützigen Verein vom Flipchart in die Realität zu heben. Die Eintragung beim Amtsgericht ist beantragt. Und schon im vergangenen November fand auf Initiative dieses Teamlabors in der Nikolauspflege Stuttgart, einer Einrichtung für blinde Kinder mit mehrfach geistiger Behinderung, ein Konzert statt.
Thomas Meurer