Startseite     l   Suche    l   Übersicht    l   Kontakt    l   Anfahrt    l   Impressum    l   Login
 

Startseite > Neueste Nachrichten  > Nachricht  

Wie kommt Kultur in die Zeitung?
24.06.10 14:29
Alter: 2 yrs




Feuilletonchef Tim Schleider im Gespräch



Im Seminar „Kulturberichterstattung“, unter der Leitung von Institutsdozent Ekkehard Jürgens, steht die massenmediale Darstellung von Kultur im Blickpunkt. Mittels Programm- und Inhaltsanalysen der Kommunikationsforschung wird die Kulturberichterstattung von Presse, Hörfunk und Fernsehen ausgewertet. Neben Eigenbeobachtungen und Fallstudien stehen ebenso Praktikerbefragungen auf dem Lehrplan.

Als erster Gast tauschte Tim Schleider, Ressortleiter Kultur der „Stuttgarter Zeitung“ (StZ), seine gewohnte Rolle als Fragensteller gegen die des Antwortgebers ein. Wie steht es um die Produktionsbedingungen im Redaktionsalltag? Das wollten die angehenden Kulturmanager wissen. Tim Schleider: „Im Vergleich zum Politik-Ressort, in dem schnell mal unvorhergesehene Dinge geschehen, wissen wir in der Kultur meist im Voraus, was passiert.“ Als Beispiel nannte der Redakteur den Rücktritt des Bundespräsidenten. Kulturveranstaltungen dagegen sind in der Regel längerfristig geplant: Vernissagen, Auktionen, Premieren oder Neuerscheinungen.

Täglich werden in der „Stuttgarter Zeitung“ auf zwei ausgewiesenen Kulturseiten Schauspielpremieren, Musik-, Opern- und Ballettaufführungen, Ausstellungen, neue Bücher, Filme und vieles mehr besprochen. Aktuelle Fallstudien am Ludwigsburger Institut haben ergeben, dass die Kultur ihren Platz in der StZ nicht ausschließlich im Feuilleton einnimmt. Kulturberichterstattung ist mittlerweile auch Bestandteil anderer Ressorts, wie Politik, Wirtschaft und vor allem lokaler und regionaler Seiten.

Wer entscheidet, was im Kulturteil abgedruckt wird? „Zunächst entscheidet jedes Ressort, was es aufnimmt. Ich bin bei der Fülle häufig auf die Meinung meiner Kollegen angewiesen.“ Selten entscheide der eigene Geschmack über Wohl und Wehe des Inhalts. Tim Schleider beruft sich auf „Erfahrungswerte“, die ihm Gewissheit gäben, was seine Leser aus der StZ erfahren wollten. In der Tat geschieht in Stuttgart derart viel, dass Schleider und seine Kollegen problemlos vier Seiten Kultur täglich gestalten könnten.

Hat bedrucktes Papier im digitalen Zeitalter noch seine Berechtigung? „Ja“, meint der Redakteur. Nach wie vor bilde die Presse die Hauptinformationsquelle für politische und intellektuelle Multiplikatoren. Dies gelte speziell für Baden-Württemberg: Die StZ lässt sich hier als typisch „Regionale“ mit überregionalem Anspruch charakterisieren.

Wie bekomme ich als Kulturmanager meine Einrichtung ins Feuilleton einer Zeitung? Tim Schleider: „Die Masse an E-Mails, die uns täglich erreicht, bedeutet ein Problem. Man kann gar nicht alles berücksichtigen.“ Allgemein gelte der Grundsatz, dass persönliche Kontakte zu Journalisten immer von Vorteil sind. Außerdem kommt es auf gut gemachte Pressemitteilungen an. Der Feuilletonchef rät jedem Kulturschaffenden, sich im Formulieren von Pressetexten zu schulen. Das garantiere zwar nicht den Abdruck in der Zeitung, erhöhe aber die Chancen darauf.

Text: Thomas Meurer








<- Zurück zu: Neueste Nachrichten
 
   
 
  zur Website der PH Ludwigsburg
 

Meldungen des Instituts als RSS Newsfeed Das Institut in Twitter Das Institut in facebook Das Institut bloggt auf Wordpress Der YouTube-Kanal des Instituts