Rückblick auf eine Studienreise nach Venedig
Wie Literatur im Detail geradewegs zum Bilder-Rausch führen kann, diese synästhetische Erfahrung machte eine Gruppe von Studierenden in Venedig. Der Name der Stadt ist selber schon Metapher: Venedig, die unglaublich Schöne, überm Wasser gebaut, sich im Wasser spiegelnd, vom Wasser bedroht. Das Todesmotiv bewegt denn auch die meisten Dichter, wenn sie an Venedig denken. Und es sind – von der Renaissance bis zur Gegenwart – sehr viele Dichter und Denker, die sich von der Traumstadt Venedig inspirieren ließen.
Kein Zufall also, dass ein literaturwissenschaftliches Seminar ausgerechnet nach Venedig führt. Dr. Clemens Klünemann, der im Kulturwissenschafts-Modul des Masterstudiums die Literatur betreut, hatte die Idee zu dieser Studienreise. Er lieferte nicht nur die orientierende Textgrundlage zur wissenschaftlichen Vorbereitung. Er führte die Ludwigsburger auch unter persönlichem Einsatz und in schnellem Tempo zu allen Stationen des Staunens und Lernens. Kein leichtes Unterfangen bei der Vielzahl an Kirchen, Galerien und Museen – erreichbar nur zu Fuß, durch verwirrende Gassen, oder per Boot, auf ungewohnten Wasserstraßen.
Zwei weitere Literaturwissenschaftler ergänzten auf ihre Weise das Programm. Dr. Karlheinz Fingerhut, pensionierter Deutsch-Professor der PH Ludwigsburg, demonstrierte an Textbeispielen aus unterschiedlichen Zeiten, dass Venedig in den Gedichten immer nur so aussieht, wie die jeweiligen Dichter es ansehen wollten: Venedig als Kunstwerk im Kopf. Und Dr. Alain Deligne, Lektor an der Uni Münster, öffnete mit einem kaum bekannten Aufsatz von Jean Paul Sartre den Blick für das Neue in der venezianischen Renaissance-Malerei – für die Farbe, das Licht, die Bewegung. Auch hierbei ging das Klünemannsche Konzept auf: Die Studierenden selbst mit eigenen Augen „nachsehen“ lassen, wofür sie zuvor durch Texte sensibilisiert wurden.
Einen ausführlichen Reisebericht von Maria Kirchhoff gibt es hier.