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Nicht nur der Ton macht die Musik
06.07.10 15:41
Alter: 2 yrs




Bauer - eine Erfolgsstory made in Ludwigsburg



Die Bauer Studios GmbH, Deutschlands ältestes privates Tonstudio, befindet sich im Stadtteil Eglosheim, unweit des Ludwigsburger Instituts für Kulturmanagement. Von Rolf Bauer vor über 60 Jahren gegründet, leitet mittlerweile seine Tochter Eva Bauer-Oppelland gemeinsam mit ihrem Ehemann die Geschicke des Betriebes.

Wie ist ein privatwirtschaftlicher Kulturbetrieb aufgebaut? Wie kann man sich über Jahrzehnte in einer marktwidrigen Musikbranche behaupten? Wie geht man mit dem unternehmerischen Risiko um? Und welche persönlichen Eigenschaften braucht der moderne Unternehmer? Auf diese Fragen gab Eva Bauer-Oppelland Antworten bei ihrem Besuch im Seminar „Privatwirtschaftlicher Kulturbetrieb“. Die Seminarleitung lag bei Institutsdozentin Dr. Petra Schneidewind, die Moderation übernahmen die Studierenden.

Eva Bauer-Oppelland arbeitet am liebsten mit „lebendigen Musikern“ zusammen, wie sie sagt. Computergenerierte Musik erklingt in ihren Studios fast nie. Vor allem Jazz-, Klassik- und Blasmusiker lassen sich in Ludwigsburg aufnehmen. Ihr Angebot reicht allerdings weit über die traditionellen Musikaufnahmen hinaus: Sprachaufnahmen (Hörbuch, Werbung), Filmmusik (Sounddesign, DVD-Authoring) und die komplette Herstellung von Tonträgern bieten die Bauer Studios ebenfalls an.

Die schwäbische Geschäftsfrau versucht ständig am Puls der Zeit zu bleiben, und so nimmt es nicht wunder, dass man Musik auch als Download über die Bauer Studios vertreiben lassen kann. Vor wenigen Jahren hat das Unternehmen seine strategischen Geschäftsfelder um eigene Musiklabels (fünf Stück) erweitert. Künstlern, die bisher nicht unter Vertrag standen, wird es somit erleichtert, ihre eigene Musik professionell aufnehmen und vertreiben zu lassen.

Ihre Konkurrenz verliert Eva Bauer-Oppelland nicht aus dem Blick. Allerdings kann sie über die Preisstrategie anderer Tonstudios oft nur den Kopf schütteln: „Ein Tonstudio für 300 Euro am Tag anzubieten, ist unrealistisch.“ Es sei ja nicht nur mit dem Raum getan. Um Musik zu machen, braucht es mehr als nur den Ton. Das technische Equipment, Mikrofone, Instrumente sowie das Fachpersonal, beispielsweise der Musiktonmeister und seine Assistenz, müssen schließlich auch bezahlt werden. Nach Einschätzung von Bauer-Oppelland muss man mindestens mehr als das Dreifache dafür verlangen – bei einem Tagessatz von zehn Stunden.

Dem Standort Ludwigsburg fällt nach Bauer-Oppelland eine besondere Bedeutung zu: „Wir leben hier spürbar nicht in einem Ballungszentrum, somit waren wir in der Vergangenheit auch nicht von Hits und Trends abhängig.“ Diese Unabhängigkeit zahlt sich in einer gewissen Beständigkeit aus. Mit einigen Künstlern arbeiten sie schon über Jahre hinweg zusammen. Aber auch Musikgrößen wie Stevie Wonder oder Udo Jürgens haben ihre Musik in Eglosheim schon aufnehmen lassen. „Bei uns finden die Künstler die richtige Mischung aus musikalischer Kompetenz, jahrzehntelanger Erfahrung, modernster Technik und umfassendem Service.“

„Man muss sich ständig engagieren, kreativ sein und das unternehmerische Risiko richtig einschätzen können. Zudem muss man fähig sein, Verantwortung tragen zu können“, so die Unternehmerin. Wer über solche Eigenschaften verfüge, der sollte nach Meinung von Eva Bauer-Oppelland den Schritt in die Selbständigkeit der Kreativwirtschaft nicht scheuen.

Text: Thomas Meurer








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