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Kein Ende der Kunst
03.08.10 13:01
Alter: 2 yrs




Kulturmanager besuchen Hegel und andere



„Kunst ist eine Sache, die von Theorien abhängt; ohne Kunsttheorien ist schwarze Malfarbe einfach schwarze Malfarbe und nichts anderes“, heißt es pointiert bei Arthur C. Danto („Die Verklärung des Gewöhnlichen“, 1984). Es fällt schwer, dem amerikanischen Philosophen und Kunstkritiker zu widersprechen.

Sich während des Studiums auf die Kommunikation mit Künstlern vorzubereiten, gehört in Ludwigsburg zum kulturmanagerialen Rüstzeug. In seinem Seminar „Kunsttheorie“ ist Dr. Tobias Wall daran gelegen, die Reflektionsfähigkeit und die Vermittlungskompetenz der Studierenden im Kunstdiskurs zu erweitern.

Zentrale kunsttheoretische und ästhetische Positionen von der Antike bis in die Postmoderne – von Platon bis Danto – werden gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Tobias Wall, der am Ludwigsburger Institut nicht nur studiert, sondern auch promoviert hat, entdeckte nun mit den angehenden Kulturmanagern, wo diese Theorien die Praxis sind.

Im Geburtshaus von Stuttgarts berühmtestem Sohn, Georg Friedrich Wilhelm Hegel, führte Dr. Manfred Schmid die Studierenden durch die beiden Dauerausstellungen. Ausstellungstitel:  „Von Stuttgart nach Berlin – Hegels Lebensstationen“ und „Stuttgart zur Zeit Hegels 1770-1831“. In der musealen Aufbereitung beschränken sich die Informationen auf Hegels Lebensweg. Das Werk kommt zu kurz, und Hegels  Ausführungen zum „Ende der Kunst“ sucht man hier vergebens. Lassen die sich etwa nicht in Vitrinen packen?

Im Künstlerhaus auf der Reuchlinstraße nahmen Marlene Laube, die Geschäftsführerin, und Alex Wieder, der künstlerische Leiter, die Ludwigsburger in Empfang. Hier gehören Kunstgeschichte und Kunsttheorie zum Selbstverständnis der Mitarbeiter. Das Künstlerhaus verfügt sowohl über 600 qm Ausstellungsfläche als auch über Werkstätten, die von regionalen Künstlern genutzt werden können. Alex Wieder, der allein das Programm des Hauses ausrichtet, legt bei seiner Planung großen Wert auf die Vermittlung neuer Tendenzen im Bereich der bildenden Kunst, Architektur und Theorie.

Um die Ecke des Künstlerhauses liegt die Galerie von Sandro Parrotta. Der charismatische Galerist hat sich den Arbeiten junger Künstler verschrieben. Nach seinem Kunstgeschichtsstudium hat er vor drei Jahren seine Galerie eröffnet. Kunsttheoretische Kenntnisse seien besonders wichtig, um die Arbeit von Künstlern zu begreifen und einzuschätzen, sagt Parrotta. Aktuell zeigt er unter dem Titel „Darkness appears in many ways“ Fotoarbeiten von Oskar Schmidt.

Text: Thomas Meurer
Foto: Lidia Jerke








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