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Prof. Dr. Armin Klein
Datum: Mi 13.45 – 15.15 Uhr, Beginn: 24.10.2007, Raum 5.005
Veranstaltungsart: Seminar (Teilbereich 2.1)
Beschränkte sich viele Jahrzehnte lang der sog. Kulturtourismus auf die traditionelle Studienreise, meist an die klassischen Orte europäischer Kultur (Griechenland, Rom, Toskana, Burgund usw.), so entwickeln sich seit Mitte der 80er Jahre (hervorgerufen durch gestiegene Bildung, höhere Einkommen, mehr Freizeit, ausgeprägte Erlebnisorientierung usw.) völlig neue Formen der Zusammenarbeit von Kultur und Tourismus: Städte locken mit Kulturevents wie Musicals (Hamburg), spektakulären Opernaufführungen (Verona), neu errichteten Museen (Bilbao) oder Ausstellungen (Tübingen) zu längerem Verweilen, Regionen (Bayrischer Wald) oder regionale Zusammenschlüsse (Münsterland) entwerfen Kulturprojekte, Mittlerorganisationen (Flug-, Bahn- und Busunternehmen) vermarkten Kulturprojekte, Nischenanbieter (Weinradel) tun sich auf und nicht zuletzt die Kultureinrichtungen selbst (Speyer) bauen Tourismusangebote um ihr kulturelles Kerngebiet herum auf. Für die Kulturmanagerin und den Kulturmanager sind diese Entwicklungen aus mehreren Gründen wichtig: Zum einen entwickeln sich hier neue Aufgabengebiete und Berufsfelder, die nicht mehr von Touristikern allein ausgefüllt werden können; zum anderen können durch die Einbeziehung des Tourismus weitere und neue Zielgruppen erschlossen, der Eigenfinanzierungsanteil erhöht und die eigene Legitimation gestärkt werden. Das Seminar im Sommersemester, das von einer starken Eigenbeteiligung der Studierenden ausgeht, wird zuerst die Nachfrageseite (wer ist das Zielpublikum?) analysieren, um dann anhand von Fallstudien verschiedene Anbietertypen zu untersuchen.
Literaturempfehlungen: Dreyer, Axel (Hrsg.) (2000): Kulturtourismus, München u. Wien. - Heinze, Thomas (Hrsg.) (1999): Kulturtourismus, Grundlagen, Trends und Fallstudien, München u. Wien.
Eine Anmeldeliste liegt im Institutssekretariat aus.
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