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Popmusik auf Weltniveau

05.11.2018

Erster Kulturdiskurs im Wintersemester mit Udo Dahmen, Geschäftsführer und künstlerischer Direktor der Popakademie Baden-Württemberg, am Dienstag, 13. November, 18 Uhr


Seit 15 Jahren behauptet sich die Popakademie als die Adresse für junge aufstrebende Künstler im Musikbusiness und genießt international den Ruf als musikwirtschaftliches Kompetenzzentrum. Wie lautet ihr Erfolgsrezept? Auf welcher Gründungsidee fußt sie, und wie hebt sie sich von anderen Hochschulen in Bereich des Kulturmanagements ab? Auf diese Fragen zum populären Musikbusiness ging beim ersten Kulturdiskurs im Wintersemester 2018/19 des Instituts für Kulturmanagement der künstlerische Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Mannheim, Professor Udo Dahmen, im Gespräch mit Studierenden ein.

 

Schnell wurde klar: Dahmen lebt für die Musik und die Idee, jungen Menschen den Weg ins Musikbusiness zu ebnen. Das ist nur möglich, wenn der Kontakt zur Praxis nicht erst nach dem Studium einsetzt, sondern Teil des Studiums selbst ist. Er selbst entschied er sich gegen eine Karriere als Schlagzeuger und widmete sich neben seiner Tätigkeit als Gründer und Professor des Kontaktstudienganges Popularmusik an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg der Konzipierung eines Studienkonzeptes, das Musik- und Wirtschaftspraxis verband. Für dessen Umsetzung warb Dahmen seit 1985 in verschiedenen Städten. Ein Branchenmeeting der Rockstiftung Baden-Württemberg brachte 1999 die entscheidenden Impulse: 2003 wurde die Stiftung in die Popakademie, genauer: die staatliche Hochschule für populäre Musik und Musikwirtschaft, überführt. Dass die Standortwahl auf Mannheim fiel, war mehreren begünstigenden Faktoren zu verdanken, etwa der aktiven Popförderung der Stadt und des Stadtteils Jungbusch und der geplanten Kooperation mit dem Existenzgründungszentrum für Musikwirtschaft „Musikpark Mannheim“.

 

Was die Studieninhalte der Popakademie von anderen Kulturmanagement-Studiengängen in Deutschland abhebt, ist laut Dahmen nicht nur die Konzentration auf die Sparte Musik, sondern eben auch die Ausrichtung auf den gesamten Musikmarkt. So werden öffentlich-rechtliche Institutionen hier nicht thematisiert. Innerhalb des Feldes Musikwirtschaft kann man sich jedoch auf eine Vielzahl von Bereichen spezialisieren. Entgegen anfänglicher Kritik, die in der Akademie eine Schmiede kommerzialisierter Musik sah, sind die künstlerischen Studiengänge der Hochschule darauf bedacht, den Studierenden keine musikalischen Ausrichtungen zuzuweisen. Alle Genres, so Dahmen, seien erlaubt. Populäre Musik umfasse nicht nur Pop, sondern alle Musikrichtungen, die sich aus Jugendkulturen heraus entwickelt haben, ohne rein wirtschaftliche Absichten zu verfolgen. Der 2015 eingeführte Bachelor-Studiengang „Weltmusik“ beispielsweise versucht, musikalische Fusionen zu schaffen. Er ist zugleich ein sozialpolitisches Zeichen, das kulturelle Traditionen migrantischer Mitbürger sichtbar machen möchte. Auch für die Zukunft plant die Popakademie in diese Richtung – etwa mit einem Master für Weltmusik, einer Kooperation mit der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg sowie einem entsprechendes Fortbildungsangebot für Popmusik in der Kirche.

 

Text: Jennifer Barton

Bild: Tanja Borcherding


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